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Freitag, 17. August 2018

OUR GIRL / Stranger Today [Review]

Im Fußball ist auch heute noch gerne davon die Sprache, dass eine Mannschaft aus elf Freunden bestehen müsse, damit aus einer Ansammlung von Einzelkünstlern etwas Großes wird.

Im Rockzirkus, bei der Zusammensetzung von Bands, funktioniert dies meist gegensätzlich, d. h. es gibt einen oder maximal zwei kreative Köpfe, welche die Band führen und diktatorisch entscheiden, wohin der Weg führt.


Die Newcomerband OUR GIRL aus Brighton scheint ein Sonderfall zu sein, den die Bandmitglieder bezeichnen sich nicht nur als Seelenverwandte in der Sache, sondern als echte Freunde.

Vier Jahre gibt es die Band, die mich im Februar 2016 mit dem grungigen Song "Sleeper" erstmals auf sich aufmerksam machte. Im November des gleichen Jahres erschien die 4-Track-EP "Normally". Darauf enthalten auch die beiden Songs "Being Around" und "Two Life", die es nun auf das Debütalbum "Stranger Today" geschafft haben - im Gegensatz zum brillanten "Sleeper" was mich wirklich sehr erstaunt.



Mittlerweile lebt die Band, bestehend aus den zwei Damen Soph Nathan (Gitarre & Vocals) und Lauren Wilson (Schlagzeug), sowie Mister Josh Tyler am Bass, im hippen London, was man "Stranger Today" allerdings nicht unbedingt anhört, den die aktuell angesagten Beats der Londoner Hippsterszene sucht man bei Our Girl vergebens. Stattdessen brilliert die Band mit fuzzy Gitarrenklängen ("Our Girl"), griffigen IndiePop-Melodien ("I Really Like It") und Shoegaze-Wänden ("Boring") zum Dagegenlaufen.



In Szene gesetzt hat das Album niemand Geringeres als der Gitarrenzauberer Bill Ryder-Jones von The Coral und wer diesen schon einmal live erleben durfte weiß, dass er zwar keine Rampensau, aber ein verdammt perfektionistischer Gitarrist ist, der die Gitarren bei einem Konzert öfter wechselt als Rihanna ihrer Bühnenklamotten. Und direkt beim Einstiegssong des Albums ("Our Girl") wird deswegen auch jedem sofort klar gemacht, dass die Gitarre das alles bestimmende Instrument auf "Stranger Today" ist.



Trotzdem war ich zu anfangs etwas enttäuscht, wahrscheinlich weil ich auf eine ähnliche Hookline, wie bei "Sleeper" gehofft hatte und mich die etwas vielschichtigeren neuen Songs nicht direkt einfangen konnten. Mittlerweile habe ich das Fremdeln aber längst abgelegt und mich vorbehaltlos in die Arme von "Stranger Today" geworfen und meinen Gitarrenseelenfrieden gefunden. Seufz - und ich liebe die kleinen unerwarteten Gitarreneruptionen wie bei "I Wish It Was Sunday" oder "Level".



Tracklist:
01 Our Girl
02 Being Around
03 In My Head
04 I Really Like It
05 Josephine
06 Two Life
07 Level
08 Sub Rosa
09 I Wish It Was Sunday
10 Heat
11 Boring


Mittwoch, 15. August 2018

ADRIANNE LENKER Made My Day! Cradle!



 

ADRIANNE LENKER
Homepage: https://www.adriannelenker.com/
From: Brooklyn, U.S.A.


Im Info-Text der Plattenfirma Saddle Creek zur Veröffentlichung der ersten Single von Adrianne Lenkers kommendem Soloalbum heißt es "
In den Händen von Adrianne Lenker ist Songwriting kein altes, totes Handwerk. Es ist lebendig. Es ist vital." Ich als großer Big Thief -Fan würde noch "Es ist ergreifend" hinzufügen.

"Cradle" ist der erste veröffentlichte Song vom am 5. Oktober erscheinenden Soloalbum "Abysskiss", welches Lenker im Studio ihres Freundes Luke Temple aufgenommen hat - seufz hoffentlich ist der Sommer bald vorbei. MADE MY DAY!

Montag, 13. August 2018

QUICK & DIRTY: THE VRYLL SOCIETY / Course Of The Satellite

Published: 17.08.2018
Label: Deltasonic
Genre: NeoPsychedelic, PsychedelicRock, Krautrock, SpaceRock
Country: Liverpool, United Kingdom




Members:
Michael Ellis, Ryan Ellis, Lewis McGuinness, Benjamin Robinson, Lloyd Shearer

Als Erstes versuche ich einmal, den seltsamen Bandnamen THE VRYLL SOCIETY zu entschlüsseln. Das Wort "Vril" stammt aus dem 1871 erschienenen Roman "The Coming Race" und wurde vermutlich aus dem lateinischen Wort "virilis", was mannhaft oder kraftvoll bedeutet, abgeleitet. Im Roman gibt es eine unter der Erde lebende Gesellschaft namens Vril-Ya, die über Vril-Kräfte wie Telekinese und Telepathie verfügen und den normalen Menschen deswegen überlegen sind. Von da an übernahmen zahlreiche okkultistische und esoterische Autoren den Begriff in Beschlag und benutzten Vril als Synonym für geheime Kräfte.

Nun schreibt sich die fünfköpfige Liverpooler Band aber nicht "The Vril Society", sondern mit Y und Doppel-L, also THE VRYLL SOCIETY. Wir kaufen deswegen ein E und ein I, um in Zeiten, in welchen Bands gerne mal Vokale im Bandnamen weglassen, den Bandnamen mit Vokalen zu substituieren. Voilà und schon haben wir - THE VERY ILL SOCIETY.

Ob irgendetwas von dieser Herleitung tatsächlich mit dem Bandnamen zu tun hat, steht in den Sternen, aber vielleicht fragen Sie einfach einen befreundeten Okkultisten, Psychedeliker oder ihren Apotheker, was die von der Theorie zur ziemlich kranken Gesellschaft halten? Fest steht aber, wieder etwas gelernt oder kannten sie die Vril-Geschichte schon? Jetzt aber zur tatsächlich kraftvollen [lat. virilis ;-)] Musik der Briten.


"Course Of The Satellite" ist ein Debütalbum mit einem sehr sanften Flow, zwar heben sich einzelne Stücke wie das hymnische "The Light At The Edge" (Achtung Hitpotential!) oder das sehr rhythmische "When The Air Is Hot" hervor, aber im Kern ist dieses Album dazu geschaffen, exakt so gehört zu werden, wie die Band die Songreihenfolge festgelegt hat. Da ist natürlich eine Zumutung für die Menschheit im MP3- und Streaming-Zeitalter für Vinylfeunde hingegen das tägliche Brot ;-).



Bereits beim spacigen Einstiegssong "Course Of The Satellite" wird der dem Psychedelic-Genre geneigten Hörer Vergleiche zu Tame Impala und zu den Temples ziehen, aber dann auch schnell merken, dass hier keine Epigonen am Werk sind, sondern fünf ziemlich talentierte junge Musiker, die Spaß an der Sache haben und ihr eigenes Ding durchziehen.



Das Quintett besteht aus Sänger Mike Ellis, den beiden Gitarristen Lewis McGuinness und Ryan Ellis, Bassist Lloyd Shearer sowie Schlagzeuger Ben Robinson. Ein ziemlich fantastischer Fünfer, der sich für sein Debüt die nötige Zeit genommen hat und sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen lies. Der Lohn ist ein Debütalbum, welches so ausgereift klingt, als hätte die Band bereits zahlreiche Alben vorgelegt.



Auf "Course Of The Satellite" hat man nie den Eindruck, dass Sound vor Melodie oder umgekehrt gilt, denn die Band legt hörbar Wert darauf, dass beides in perfekter Harmonie liegt.

Erst mit häufigerem Hören lässt sich erkennen, wie vielschichtig dieses Album eigentlich ist. Man sollte sich also Zeit nehmen für "Course Of The Satellite", denn dann plötzlich wird der Blues in "Tears We Cry" erkennbar, das feacettenreiche Gitarrenspiel bei "Andrei Rublev" und "Soft Glue", der federleichte Funkrhythmus bei "When the Air Is Hot", der Disco-Beat bei "Inner Life" oder das treibende Bassspiel bei "Shadow Of A Wave".



Tracklist:
01 Course Of The Satellite
02 A Perfect Rhythm
03 Andrei Rublev
04 Glows And Spheres
05 Tears We Cry
06 When The Air Is Hot
07 The Light At The Edge
08 Shadow Of A Wave
09 Soft Glue
10 Inner Life
11 Give In To Me

Sonntag, 12. August 2018

ELEMENT OF CRIME Made My Day! Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang!



 

ELEMENT OF CRIME
Homepage: https://landingpage.element-of-crime.de/
From: Bremen, Germany


Am 5. Oktober ist es endlich wieder so weit! Wenn die Welt bis dahin nicht untergegangen ist, erscheint dann das zehnte deutschsprachige Album von ELEMENT OF CRIME. Erstes Signal: "Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang". Wie immer setzt Sven Regener mit seiner Band auf melancholische Texte, Molltöne und die Trompete - besser bekommt das auch 2018 keine andere deutsche Band hin. MADE MY DAY!

Freitag, 10. August 2018

OLD-Shit: GONJASUFI / A Sufi And A Killer

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie: TripHop / Ethno / Psychedelic / Blues / HipHop
Veröffentlichung: 12.03.2010

 

Normalerweise sind die Plattenbesprechungen im Magazin des Kölner Stadtanzeigers eher nichts für mich. 2010 gab es aber das Novum, dass eine der Kategorie HipHop zugeordnete Platte mit der Höchstnote versehen wurde. Das machte mich natürlich neugierig. Katze im Sack kaufen? Ne, erst mal bei Tante Google nachfragen.

Aha, dieser GONJASUFI war früher bei der HipHop Band The Pharcyde. Wahrlich keine schlechte Referenz, denn The Pharcyde waren in den 90ern wirkliche Vorreiter des New School.

Mr. Gonjasufi, bürgerlich Sumach Ecks, ist Yogalehrer  - er schaut auch übrigens ganz klischeehaft danach aus mit seinen Dreadlocks. Aufgewachsen ist er in San Diego, landete dann auf den Straßen von Kalifornien und zieht dann ins Zentrum der Dekadenz nach Las Vegas, wo er Weltverbesserungsbotschaften unter das Volk bringt.

Erster Schritt "Wer ist der Typ" abgehackt, zweiter Schritt "Wie klingt die Musik des schrägen Vogels?" Nach Tricky, nach Massive Attack und nach Indien. Drei Dinge, die ich mag, also ging ich im Netz shoppen und kaufte mir das MP3-Debütalbum "A Sufi And A Killer" - Vinyl hatte ich in dieser Phase zu meinem jetzigen Leidwesen etwas vernachlässigt.



Nach dem ersten Durchhören war mir klar, dass "A Sufi And A Killer" mit HipHop nur noch sehr wenig zu tun hat und dass dieses Album ganz sicher keines für "Nebenbeimusikhörer" war.

Yoga-Meister Gonjasufi schaffte ein Paralleluniversum für fortgeschrittene Musikhörer, in dem man sich so oder eben anders verlieren kann. Der eine geht darin unter, der andere entdeckt und entdeckt und entdeckt. Verschroben, verspielt, verrückt, provokant, zärtlich, aber auf jeden Fall genial!
Die Beschreibung eines solchen Werkes mit Worten ist nicht ganz einfach, aber ich versuche mal einzelne Songs in ihrer Quintessenz zu vermitteln.



"Sheep": Spärliche akkustische Klänge im LoFi-Gewand und zurückgenommene absolut tiefenentspannte Vocals, dann plötzlich ein Sixties-Beat mit Bilitis-Flair-Hintergrundgesängen und darüber der halb singende halb rappende Gonjasufi und ab und an Bläsersätze wie aus einer Filmmusik. Dann Sitarklänge und der unerwartete Einzug indischer Weisen. Inhaltlich handelt der Song übrigens von einem Gespräch zweier Löwen und beruht auf einem Text des Sufimeisters Hazrat Inayat Khan. Ja, das wohlgemerkt alles in einem Song!



"Change": Digitalisierte Plattenspielerknistern, ein fetter Beat (Isaac-Hayes Loops) und ein mal krächzender, mal flüsternder, mal singender Gonjasufi am Mic.



"Duet": TripHop mit psychedelischer Note. Klassiker für Freunde einer Pflanze, aus der man auch Kleidung machen kann.



"Holidays": Piepsender Synthesizer, wie man ihm vom großartigen Gonzales kennt, so ein bisschen im Alleinunterhaltermodus. Inhaltlich klagt Gonjasufi über richtig besch***** Ferien und dehnt Worte wie einen zähen Kaugummi.



"Klowds": Fernöstliche Klänge verschmelzen zur 12-Uhr-Mittags Eastern Version. Näää watt schräg! Unverständlich, dass Tarantino die Nummer noch immer nicht in einem Soundtrack verwurschtelt hat.

"DedNd": Erinnert mich irgendwie an eine Improvisation von Amon Düül. Verzerrt, böse brummend, so weit vom Mainstream entfernt wie Stockhausen von DSDS. Waaahnsinn!



"Made": Bläser, ein Beat wie von Portishead, wieder wilde Verzerrungen aber auch eine deutlich erkennbare wunderschöne Melodie.

Die perfekte Mischung aus Innovation und Leichtigkeit gelang Gonjasufi leider nie mehr so großartig wie bei "A Sufi And A Killer".

Tracklist:
01 (Bharatanatyam)
02 Kobwebz
03 Ancestors
04 Sheep
05 She Gone
06 SuzieQ
07 Stardustin'
08 Kowboyz&Indians
09 Change
10 Duet
11 Candylane
12 Holidays
13 Love Of Reign
14 Advice
15 Klowds
16 Ageing
17 DedNd
18 I've Given
19 Made 



Mittwoch, 8. August 2018

TEME Made My Day! Hell's Mouth!



 

TEME
Homepage: https://soundcloud.com/tememusic
From: London, Great Britain


Bon Iver trifft Radiohead? Dieses nagelneue Duo aus London klingt genauso! Bisher gibt es nur zwei Stücke der Briten zuhören. Beide sind Breitwandpop. Beide tief getränkt in Melancholie.
 Beide sind absolut hörenswert.

"Hell's Mouth" existiert wirklich! Es eine mystische Bucht im Norden von Wales. 
Das Video ist integraler Bestandteil der Songerzählung und bietet dem Zuhörer explizit gesetzte Botschaften. MADE MY DAY!

Montag, 6. August 2018

NEW SONGS Vol. 191: JIMOTHY LACOSTE / I Can Speak Spanish + Drugs... WHARVES / High School Hero ... SAILOR BEAST / My Favorite Ex ... SLOTHRUST / Double Down


JIMOTHY LACOSTE / I Can Speak Spanish + Drugs

Timmy Gonzalez, hat wahrscheinlich erst seit wenigen Monaten Haare unter den Achseln, macht aber schon seit geraumer Zeit Musik und wird unter seinem Pseudonym JIMOTHY LACOSTE in London als ziemlich heißer Scheiß gehandelt.

Nun ist es in London ja jeden Monat ein Anderer, der durchs Städtchen getrieben wird, aber man muss schon feststellen, dass keiner der bisher auf seiner Soundcloud-Page veröffentlichten Songs schlecht ist.

Ganz im Gegenteil, mit "Drugs" ist sogar eine potenzielle Hitnummer darunter die gekonnt Dancefloor, Grime und Electro verknüpft und sicher bei nicht wenigen Erinnerungen an Mike Skinner weckt.








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WHARVES / High School Hero

IndiePop oder AlternativeRock mit einer erhöhten Dosis Groove scheint ein bisschen aus der Mode gekommen zu sein. Das könnte sich aber wieder ändern, den "High School Hero" der australischen Band WHARVES ist so infektiös, dass es die Indiezentren der Welt reinfizieren könnte.

Wäre ein echter Hammer, wenn man bedenkt, dass Sänger Matt Collins in einem Interview verlauten lies, dass "High School Hero" als einfaches Demo begann, welches die Band schon beiseite gelegt hatte, weil es ihnen zu sehr nach Kinderlied und etwas lächerlich vorkam. Erst mit neuem Text und neuem Elan im Januar 2018 wurde der Song für gut befunden und im Studio eingetütet. Gott sei Dank!




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SAILOR BEAST / My Favorite Ex

Bei SAILOR BEAST regiert der Rhythmus. Der ist gerne etwas vertrackt und tänzelt gekonnt zwischen den Genres ElectroPop, Reggae, TripHop, HipHop und Funk herum.

Auf dem zwischen New York und Los Angeles entstanden Debütalbum befinden sich fast ausschließlich Instrumentaltracks, welche die Kalifornierin Alicia Angels in den letzten 3 Jahren komponierte. Das hypnotische "My Favorite Ex" hatte mich spätestens eingefangen, als die Klavierklänge auf die Beats treffen.




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SLOTHRUST / Double Down

Ich hatte ja schon angekündigt, dass es auf dem neuen SLOTHRUST-Album "The Pact", welches am 14. September erscheint, auch einige Songs geben wird, die das bisheriger Spektrum der Band deutlich erweitern. Nach dem man nun "Double Down" hören kann, wird man mir wohl uneingeschränkt zustimmen - wahrscheinlich auch bei der Behauptung, dass diese Spektrumerweiterung die Band noch interessanter macht.

Das Video zu "Double Down" handelt von der magischen Kunst des Schwebens, erklärt Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Leah Wellbaum. "Es geht darum, die eigenen Kräfte nicht zu kennen, sie dann aber an unerwarteten Orten plötzlich ausströmen zu lassen. Die unendliche Kraft, die in jedem von uns schlummert, wird sich bei jedem auf unterschiedliche Art und Weise offenbaren. Du musst nur lernen sie zu nutzen und dich von ihr einnehmen und nicht auffressen zu lassen." Heilige, geile Scheiße!




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Freitag, 3. August 2018

ANKATHIE KOI feat. MARASKINO Made My Day! HURRICANE !



 

ANKATHIE KOI feat. MARASKINO
Homepage: https://seayou.bandcamp.com/album/ankathie-koi-hurricane-feat-maraskino
From: Vienna, Austria


Heute schon mal so richtig schön verstört worden? Sodass Ihnen die Worte fehlten und der Mund offen stand? Nicht durch einen Trump-Tweet, sondern durch eine BABYFACEesque Disconummer aus Österreich! Ja, ja, "Begeisterung spritzt auf dem Tisch!", aber ein bisschen Angst macht mir die gebürtige Oberbayerin doch auch. MADE MY DAY!

Mittwoch, 1. August 2018

QUICK & DIRTY: SHANNON SHAW / Shannon in Nashville

Published: 08.06.2018
Label: Nonesuch
Genre: SixtiesPop, RetroPop
Country: Oakland, Califonia / U.S.A.



Members:
Shannon Shaw

Im Februar habe ich mir "Onion" das Album der Band Shannon & the Clams gegönnt. Ein Album, das in Klang- und Erscheinungsbild so Retro ist, dass man kaum glauben mag, dass dieses Album erst 2018 erschien. Die Band gibt es bereits seit 2009, ich hatte aber vorher nie von ihr gehört, aber mittlerweile hat die Band in Dan Auerbach (The Black Keys) einen großen Förderer, der nun auch das Solo-Debütalbum von Sängerin SHANNON SHAW produziert hat, was dazu führen wird, dass Miss Shaw den Presserummel erfährt, den sie verdient hat.

Das mit Auerbach passt bestens, denn der Black Keys-Mann hat mit "Waiting On A Song" 2017 ein Solo-Album herausgebracht, auf dem er alte Songperlen zu neuem Leben erweckt und ebenfalls hemmungslos dem SixtiesPop-Sound frönt. Auf Shannon und ihre Band ist Auerbach wohl, so die Legende, bei einem Konzert in Memphis gestoßen, wo er sich direkt nach dem Konzert alle Longplayer (6!) der Band in einem Plattenladen besorgt hat.



Während Shannon mit den Clams eher nach Sixties-Garage klingt, setzt sie Solo auf den warmen Sixties-Pop-Sound - der auch erstaunlich gut zu ihrer kräftigen, aber warmen Reibeisenstimme passt - und kombiniert diesen mit Country & Western, wie man es auch von Auerbach kennt. Ganz wundervoll nachzuhören beispielsweise beim charmanten "Broke My Own" oder dem mit Mariachi-Bläsern aufwartenden "Leather, Metal, Steel".



Cover und Titel ihres Solo-Debüts spielen natürlich auf den Sixties-Klassiker "Dustin in Memphis" an, und tatsächlich kann Shannon eine ähnliche Aura entfalten wie Dusty Springfields Klassiker aus dem Jahre 1969. Auerbach wollte sich an dieser Messlatte versuchen und hat deswegen auch ganz gezielt zahlreiche legendäre Musiker (Pat McLaughlinGene Chrisman, Bobby Wood) ins Studio geholt, die in den 50er und 60er Jahren schon mit den ganz Großen wie Dusty Springfield, Aretha Franklin, Johnny Cash und Elvis musizierten.



So kann man verstehen, weswegen sich Shannon in Interviews gerne weigert "Shannon in Nashville" als echtes Soloalbum zu bezeichnen, da die eher aus dem DIY-Musikbereich kommende Sängerin, die selbst keine Noten lesen kann, stark von den ausgeprägten Skills der Musikveteranen und natürlich von Auerbachs Produzentenfähigkeiten profitierte.

Aber es ist ja eigentlich völlig egal, welchen Namen man dem Kind gibt, fest steht, dass es sich um eine zeitlose Schönheit handelt, bei der sich kaum festlegen lässt, welcher Puzzlestein der schönste ist. Bei mir zur Zeit "Freddies 'N' Teddies".



Tracklist:
01 Golden Frames
02 Bring Her The Mirror
03 Broke My Own
04 Leather, Metal, Steel
05 Freddies 'N' Teddies
06 Love I Can't Explain
07 Cryin' My Eyes Out
08 Goodbye Summer
09 Cold Pillows
10 Lord Of Alaska
11 I Might Consider
12 Make Believe
13 Coal On The Fire

Dienstag, 31. Juli 2018

FATHERSON Made My Day! Making Waves!



 

FATHERSON 
Homepage: https://www.facebook.com/fathersonband/
From: Kilmarnock, Scotland


Meine Frau sagt immer: "Sport muss sein!" Also schleppe ich mich ab und an in einen Center und kreuze mit einem Freund die Badmintonschläger. Das macht Spaß, ist aber auch immer wieder erschreckend wenn ich die Menschen - meist Frauen - sehe die in einem Glaskasten auf Rädern oder  Trampolinen zu ganz schrecklicher Musik sportlich nach ihren Leistungsgrenzen suchen.
 


Vorschlag: Macht es doch mal zu der Musik des schottischen Trios
FATHERSON, und zwar so ausdrucksstark und leidenschaftlich wie die Tänzerin im Videoclip zu "Making Waves". Dann mache ich auch keine Welle mehr, wenn die Kackmusik bis zum Badmintoncourt schwappt ;-) MADE MY DAY!

Montag, 30. Juli 2018

NEW SONGS Vol. 190: STELLA DONNELLY / Mechanical Bull ... TYSON KELLY / Girl You're So Money ... SAN MEI / Wonder ... NILÜFER YANYA / Baby Luv


STELLA DONNELLY / Mechanical Bull

Liebe Leserschaft, sollte es ihr aktueller Kontozustand zulassen und sie noch nicht die Debüt-EP "Thrush Metal" der Australierin STELLA DONNELLY im Plattenschrank stehen haben, sollten sie sich schnellstmöglich dieses limitierte Kleinod, auf weißem Vinyl gepresst, zulegen.

Von der Songwriterin aus Perth mit den frechen Texten und wundervollen Kompositionen wird man ganz sicher noch viel hören und die limitierte EP wird ganz sicher nicht mehr lange erhältlich sein.




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TYSON KELLY / Girl You're So Money

Kennt jemand die Band King Washington? Mir war die Band aus L. A., die immerhin schon als Support für die Arctic Monkeys unterwegs war, bisher völlig unbekannt. Nun ja, deren Frontmann TYSON KELLY hat sich nun getraut sein Soloding durchzuziehen, weswegen man den Namen seiner bisherigen Band vielleicht direkt wieder vergessen kann.

Das relaxte und leicht psychedelisch angehauchte "Girl You're So Money" ist von der 5-Track-EP "No Signal" und mein Favorit auf Kellys Debüt. Kelly stammt übrigens aus einer Songwriter-Family, den sein Vater Tom Kelly ist der Schreiber von Hits wie "True Colours" (Cindy Lauper) oder "So Emotional" (Whitney Houston).




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SAN MEI / Wonder

Von der Goldküste Australiens, südlich von Brisbane, aus der Stadt Gold Coast, stammt die IndiePop-Band SAN MEI, deren Kopf Sängerin Emily Hamilton ist. Emily ist die Tochter chinesisch-malaysischer und neuseeländischer Eltern, die früh nach Australien auswanderten und ihrer Tochter im frühen Kindesalter Zugang zu einem Klavier ermöglichten. Liebe Eltern, deren Töchter dann doch nicht zur Musik fanden, es kann also auch anders laufen!

Die Band ist zwar gerade erst aus den Startlöchern gekommen - Anfang des Jahres erschien eine EP namens "Necessary" - kann aber mit dem nun nachgelegten "Wonder" eine echte Hitnummer aufbieten, die hochenergetischen SynthiPop mit schweren Gitarrenriffs vermischt und sicher dafür sorgt, dass man von Frau Hamilton noch einiges hören wird.




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NILÜFER YANYA / Baby Luv

Dieses Jahr kommt die heißeste Scheiße einfach aus London! NILÜFER YANYA und ihre Band proben im Stadtteil Peckham im Südosten der britischen Hauptstadt und klingen aufregend anders - wie derzeit anscheinend alle Bands aus Süd-London.

Klang Nilüfer 2016/17 ("Golden Cage" + "Keep on Calling") noch wie die weibliche King Krule-Variante, so hat sich ihr Stil nun anscheinend gewandelt, denn 2018 lässt Nilüfer lieber die Gitarre und weniger die Beats sprechen. Mir gefällt beides ausgesprochen gut! "Baby Luv" stammt von der raren 12-Inch "Do You Like Pain?".

In einem Interview nennt Yanya als Wunschkünstler für eine Zusammenarbeit BadBadNotGood, Angel Olsen und Feist. Geschmack hat sie die Sängerin deren Namen Wasserlilie bedeutet und die Genannten kann man ihrer Musik doch tatsächlich heraushören!







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Freitag, 27. Juli 2018

ACHT EIMER HÜHNERHERZEN Made My Day! Eis auf Ex!



 

ACHT EIMER HÜHNERHERZEN
Homepage: https://www.facebook.com/AchtEimerHuehnerherzen/
From: Berlin, Germany


Eis oder nischt! Irgendjemandem noch nicht dem umgebremsten Charme von
Acht Eimer Hühnerherzen erlegen? Bei diesem Wetter und dem ersten echten Sommer seit gefühlten zwei Millionen Jahren gibt es auf jeden Fall nix besseres als "Eis auf Ex"! Und wer sich dieses erfrischende Debütalbum noch nicht nach Hause geholt hat, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. MADE MY DAY!

Dienstag, 24. Juli 2018

POND Made My Day! Burnt Out Star!



 

POND
Homepage: http://www.pondband.net/
From: Perth, Australia


Hier in good old Germany erleben wir den heißesten Sommer seit 2006, da freut man sich über jede Abkühlung, wie zum Beispiel einen Kopfübersprung in einen kühlen Teich =  engl. POND. Was für eine Einleitung! Die Hitze muss mir das Hirn erweicht haben - vielleicht war Herr Özil ja auch nur zu lange in der Sonne?

Egal, der neue POND-Song liefert 8 Minuten erfrischende Klänge. Nach knapp 3 Minuten plätschert ein einzelner Beat zu den fließenden Keys und nach ca. 5:40 Minuten wird ausgiebig wild herumgeplantscht. Danach abtrocknen nicht vergessen! MADE MY DAY!

Montag, 23. Juli 2018

QUICK & DIRTY: RUEN BROTHERS / All My Shades Of Blue

Published: 01.06.2018
Label: Ramseur Records
Genre: Rock 'n' Roll, Rockabilly, RetroPop, BeatMusic
Country: Scunthorpe, Great Britain



Members:
Henry Stansall, Rupert Stansall

Es ist selten, dass ich eine Band erst durch einen Liveauftritt kennenlerne, denn meistens gehe ich natürlich zu Konzerten, wo ich die Bands kenne und mich höchsten die Supportband, als große Unbekannte erwartet. Bei den RUEN BROTHERS war es aber so, dass ich durch die INTROducing-Konzertreihe (Konzertbericht) auf die beiden Stansall Brüder aus Scunthorpe in Großbritannien aufmerksam wurde.

5 Jahre später nun endlich das Debütalbum "All My Shadess Of Blue", das nur noch wenig vom rohen Sound hat, den die Band damals beim Konzert innehatte. Ebendeshalb war ich beim ersten Hören des von Rick Rubin produzierten Albums ziemlich irritiert und ich gestehe auch etwas verschreckt, denn eigentlich mag ich es, wenn Musik nicht zu sehr auf Hochglanz poliert wird und die ordentliche Portion Dirtyness stand dem Rockabilly-Rock 'n' Roll der Brüder ausgesprochen gut.



Wer also dreckigen Rock 'n' Roll bevorzugt, der darf sich hier ausklinken, denn "All My Shadess Of Blue" ist produktionstechnisch Klavierlack-Rock'n'Roll der oft an Eddie Cochran, nicht selten an Roy Orbison und manchmal an Elvis Presley erinnert. Es hat etwas gedauert, aber mittlerweile hat sich das Fremdeln mit dem Album gelegt und ich kann der Band ihre Weiterentwicklung positiv bescheiden.



Parallelen zu Gossip fallen mir auf, die unter den Händen von Rick Rubin einen ähnlichen Weg nahmen und dann unerwarteter Weise mit "Music for Men" einen Megaseller lieferten. Das wird den Ruen Brothers sicher nicht passieren, dafür ist ihre Musik zu genrebegrenzt und viel zu weit entfernt von dem, was der Durchschnittsmusikhörer heutzutage konsumiert.

Bevor ich mich dem musikalischen Inhalt der Platte widme, muss unbedingt noch erwähnt werden wie liebevoll das Artwork von "All My Shadess Of Blue" sich am Stil der 50/60er-Jahre orientiert. Das beginnt beim damals hippen "Stereo-Zeichen" auf der Frontseite des Covers und endet beim Anti-Static-Inlay. Schmuggelt irgendwer diese Platte in einen Second Hand-Laden, der nur Beat-Musik und Rock'n'Roll-Scheiben führt wird niemanden auffallen, dass eine Schallplatte aus dem Jahre 2018 zwischen den Oldies steht.



Zur Musik: die Verpackung hält, was sie verspricht - Musik, die sich hingebungsvoll der Frühzeit des Rock'n'Roll widmet. Die Zeit in den die Rolling Stones noch ein Beat-Band waren, als man in Kneipen Groschen einwarf, um die Gaststätte mit der eigenen Musikauswahl auf der Jukebox zu beglücken, junge Frauen noch Fräulein genannt wurden und sich die gerade der Pubertät entsprungenen Halbstarken eine Lederjacke anzogen und Gel, damals noch Pomade, ins Haar schmierten.



Ruen Brothers - Walk Like a Man from Fred Perry on Vimeo.

Zwei Songs stechen aus dem gelungenen Debütalbum hervor, das ist die Nummer "Walk Like A Man" die wie ein 1000-mal gehörter Klassiker klingt und sich unter Rubins Händen stark verändert hat und das grandiose"Aces" mit dem die Brüder Rick Rubin als Produzenten gewinnen konnten.

Für Faktensammler: Die Schalgzeugstöcke auf diesem Album wirbelt übrigens der auch nicht gerade unbekannte Chad Smith und der Bandname generiert sich etwas unkonventionell aus den Vornamen der Brüder RUpert und hENry.

Tracklist:
01 Coyotes Of Malibu
02 Walk Like a Man
03 All My Shades Of Blue
04 Make The World Go Away
05 Finer Things
06 An Evening Dreaming
07 Motor City
08 Aces
09 Summer Sun
10 Vendetta
11 Strangers
12 Caller

Sonntag, 22. Juli 2018

WOODEN SHJIPS Made My Day! Already Gone!



 

WOODEN SHJIPS
Homepage: http://www.woodenshjips.com/
From: San Francisco, U.S.A.


Album Nummer 5 des Quartetts Wooden Shjips (sprich: Ships) aus San Francisco wurde am 25. Mai unter dem naheliegende, aber auch anders zu deutenden Namen "V" veröffentlicht. Die andere Deutung ist natürlich V für Victory, was wiederum für Peace steht, was wiederum sehr schön auf das friedvolle in sich selbst ruhende Stück "Already Gone" zutrifft. Peaceful SpaceDroneRock MADE MY DAY!

Freitag, 20. Juli 2018

NEW SONGS Vol. 189: DANIEL BLUMBERG / Stacked + Minus ...WILLIAM FITZSIMMONS / Second Hand Smoke ... DAN LYONS / Gargoyle ... THE GARDEN / Call The Dogs Out


DANIEL BLUMBERG / Stacked + Minus

Herr Blumberg ist 27 Jahre und darf trotzdem schon auf eine ziemlich beeindruckende musikalische Biografie zurückblicken.

Als Teenager bekam er bei XL Recordings mit seiner Band Cajun Dance Party einen Plattenvertrag, dann gründete er 2009 in London Yuck, eine Band, deren beiden erste Alben ich sehr liebe.

2013 verließ er Yuck, versuchte es in anderen Bands, kollaborierte zwischenzeitlich mit Bands wie Low und Lambchop und veröffentlichte nun im Mai 2018, unter seinem bürgerlichen Namen DANIEL BLUMBERG, das Album "Minus" auf dem er wesentlich sanftere Klänge anstimmt, als er es bisher auf seinem musikalischen Lebensweg getan hat. Leise aber "very fein", wie wir hier zu sagen pflegen ;-).






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WILLIAM FITZSIMMONS / Second Hand Smoke

Das Schicksal ist tatsächlich ein mieser Verräter! Singer/Songwriter WILLIAM FITZSIMMONS spielt mit einem Freund sein achtes Album "Mission Bell" ein. Dann kehrt er nach Hause zurück, wo ihm seine Frau offenbart, dass sie mit eben jenem Freund in der Kiste gelandet ist.

Herzlichen Glückwunsch und was nun?

Fitzsimmons lässt sich scheiden, will von den aufgenommenen Songs eigentlich nichts mehr wissen, entscheidet sich dann aber um und versucht das Album mit einem neuen Produzenten doch noch zu retten. Sollten alle Songs die Güteklassen von "Second Hand Smoke" besitzen, hat sich der innere Kampf auf jeden Fall gelohnt. Das Album erscheint nun am 21. September.




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DAN LYONS / Gargoyle

Dieser Mann ist als Schlagzeuger - da saß er vor Kurzem noch bei Misty Miller - definitiv am falschen Platz! Vielleicht steht DAN LYONS ja eine ähnliche Karriere wie dem einst ebenfalls als Schlagzeuger umtriebigen Father John Misty eine fette Solokarriere ins Haus.

Ich bin vom spröden und rauen Charme von "Gargoyle" jedenfalls hingerissen und wünsche dem Londoner, der bereits auch mit der Fat White Family, spielte und Bands wie The Libertines, Childhood und Goat Girl supportete alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg - und das meine ich wirklich so!




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THE GARDEN / Call The Dogs Out

Gaaanz seltsame Musik und gaaanz schräge Band. Bei THE GARDEN, einem Duo aus Kalifornien, schillert unter der Songoberfläche immer ein Stück weit der Wahnsinn durch. Das klingt mal nach Janes Addiction wie bei "Call The Dogs Out", oder aber nach The Cure, Cabaret Voltaire oder The Prodigy oder eben doch gaaaanz anders.

Hinter The Garden und den diversen Masken verbergen sich die Zwillinge Wyatt und Fletcher Shears die auch schon mal als Models über die Laufstege der Welt wackeln. In Wahrheit sind die beiden aber echte Horrorclowns, die auf ihrem dritten Album "Mirror Might Steal Your Charm" wie Berserker durch die Popgeschichte wüten.




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Mittwoch, 18. Juli 2018

SKELETON SKIES Made My Day! Back to Nowhere!



 

SKELETON SKIES
Homepage: http://skeletonskies.com/
From: Berlin, Germany


2012 startete Multi-Instrumentalist 
Jorma Ruben nach seiner Rückkehr aus London, wo er 6 Jahre verbrachte, in Berlin das Projekt SKELETON SKIES, welches 2014 mit der EP "Times/Tiedes" debütierte.

Im Laufe der Jahre, in denen weitere EPs veröffentlicht wurden, 
entwickelte sich das Projekt zu einer 5-köpfigen Band, die nun am 25. Juli das Album "Marie Antoinette" veröffentlicht und mit dem von afrikanischer Rhythmik getragenen Song "Back to Nowhere" ein starkes akustisches Vorabsignal setzt. MADE MY DAY!

Montag, 16. Juli 2018

QUICK & DIRTY: ELEANOR FRIEDBERGER / Rebound

Published: 04.05.2018
Label: Frenchkiss Records (Membran)
Genre: IndiePop, Singer/Songwriter
Country: Ulster County, N. Y. / U.S.A.



Members:
Eleanor Friedberger

Frau FRIEDBERGER und ich haben ein besonderes Verhältnis, auch wenn ELEANOR davon überhaupt nichts weiß! Ich habe mir nämlich ihre letzte Platte "New View" 2016 bei meinem ersten und bisher einzigen New York Aufenthalt gekauft, und obwohl ich einen ganzen Sack voll Vinyl erbeutete, ist für mich diese großartige Reise auf immer mit Friedbergers drittem Soloalbum verbunden. Denke ich an N. Y. denke ich an Eleanor - falls ich mal ein Buch schreibe, wäre das ein schöner Titel.

Jetzt erschien mit "Rebound" das vierte Album der in Oak Park in Illinois geborenen Künstlerin, die vor ihrer Solokarriere bereits mit ihrem Bruder mehr als 10 Jahre in der Band The Fiery Furnaces musizierte und wahrscheinlich die einzige Frau ist, die bei zwei Musikern so großen Eindruck hinterließ, dass sie ihr jeweils einen Song widmeten. Der weniger bekannte dürfte "Anything You Want" von Britt Daniel von Spoon und der bekanntere "Eleanor put yout Boots on" von Alex Kapranos Frontmann von Franz Ferdinand sein. Witzig, dass Eleanore auf ihrem neuen Album nun einen Song hat, der doch tatsächlich "Make Me A Song" heißt ;-).



Orientierte sich Album Nummer Drei "New View" am poppigen Folk des ersten Albums ("Last Summer", 2011), so orientiert sich "Rebound" wieder eher am intelligenten Pop, wie ihn Friedberger 2013 auf ihrem zweiten Album "Personal Record" zum Besten gab - ist aber doch ganz anders.

"Rebound" handelt von Erlebnissen und Erkenntnissen in Griechenland, wo sich Friedberger nach einer Tournee und dem unfassbaren Ergebnis in der US-Wahl 2016 hin begab, um Abstand zu gewinnen und neue Kräfte zu sammeln. Man empfahl ihr zum Tanzen einen Club namens Rebound, wo man lustvoll der Gothic-Disco der 80er frönte und wo ein DJ-Set niemals ohne Joy Division oder The Cure auskommen konnte - laut Friedberger ein Club mit spärlicher Beleuchtung und kein sehr freundlicher Ort.



Da das neue Album nun trotzdem den Namen des Clubs trägt, liegt folgerichtig die Vermutung nahe, dass dieser Retrosound Friedberger Songwriting beeinflusst haben könnte. Und tatsächlich lassen sich derartige Referenzen aus den Songs heraushören. Allerdings nur unterschwellig, denn Eleanor gelingt es, dass "Rebound" zwar den 80er Jahre GothicPop rezitiert, aber doch leichtfüßig daherkommt und musikalisch nicht sooo weit von ihren bisherigen Alben entfernt liegt.



Was wiederum umso erstaunlicher ist, weil Friedberger im Vergleich zu den vorherigen Alben einige Dinge anders angegangen ist. So spielte sie die Demos im Alleingang ein und holte sich erst in einem sehr späten Stadium des Albums Feedback von Freunden und Musikern, außerdem schrieb sie, entgegengesetzt zu ihrer bisherigen Arbeitsweise, erst die Melodien und kümmerte sich dann um die Texte. Normalerweise schreibt Eleanor, wie sie in einem Interview verlauten lies, Texte um sich oder die Zuhörer zu amüsieren, nach dem vermaledeiten Herbst 2016 hatte sie aber das Bedürfnis Texte zu schreiben, die für den einzelnen Zuhörer ganz explizit etwas bedeuten könnten.

Und dann erwarb sie im Dezember 2016 ein Casio-Keyboard, was ihr eigentliches Vorhaben, ein rockigeres Album zu machen, ad acta legte, denn das Keyboard wurde zum prägenden Instrument auf "Rebound".

Fazit: ein etwas anderes Friedberger-Album, aber doch ein typisches Friedberger-Album, bei dem sich die heimlichen Hits gaaaanz langsam herausschälen.

Tracklist:
01 My Jesus Phase
02 The Letter
03 Everything
04 In Between Stars
05 Make Me A Song
06 Nice To Be Nowhere
07 It's Hard
08 Are We Good
09 Showy Early Spring
10 Rule Of Action

Donnerstag, 12. Juli 2018

NEW SONGS Vol. 188: OTTAWA / Strangers ... MILLER BLUE / Rhythm In The Dance ... ERIKA WENNERSTROM / Extraordinary Love ... THE VRYLL SOCIETY / Light At The Edge Of The World


OTTAWA  / Strangers

Einerseits ziemlich am Mainstream-Rock orientiert, andererseits aber doch verdammt druckvoll vorgetragen, sodass man stellenweise sogar an Kings of Leon und die Foo Fighters denken darf. Ist also schon in Ordnung, was OTTAWA aus Cleveland da als Ersten von insgesamt sechs für den Sommer angekündigten neuen Songs an den Start schickt.

Ottawa sind Dale DeLong (Gesang), Tim Czajka (Gitarre), Jeremy Barnes (Bass) und Will Hooper (Gitarre & Background-Gesang)




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MILLER BLUE / Rhythm In The Dance

Moderner RNB, der trotzdem nicht abgehangen klingt, wie 90% der Songs dieses Genres, welche die Radiosender weltweit verstopft?

Mr. MILLER BLUE, bürgerlich Benjamin Joseph Edwards, ist Engländer, was unschwer zu hören ist, und ihm gelingt tatsächlich beim Song "Rhythm In The Dance" das Kunststück, dass man gleichzeitig an Drake, Erykah Badu, The Streets und James Blakedenkt. Fluffige Nummer, die elegant zwischen RNB, HipHop und JazzVibes tänzelt und das Leben feiert - kann man ruhig auch mal machen ;-).




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ERIKA WENNERSTROM / Extraordinary Love

Seit 2003 ist ERIKA WENNERSTROM die Frontfrau der amerikanischen Indie-Rockband Heartless Bastards. Auf 5 Alben hat es die Band gebracht, der internationale Durchbruch blieb dem Quartett aus Ohio aber bisher verwehrt.

Nun erschien im März dieses Jahres ihre erste Soloplatte "Sweet Unknown" und auf dieser gelingt es Wennerstrom das Songwriting so zu verbessern, dass es ihrem Solodebüt spielend gelingt, die fünf Alben ihrer Band, die in der Heimat nicht unerfolgreich waren, zu übertrumpfen. Bestes, aber nicht einziges Beispiel: "Extraordinary Love".




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THE VRYLL SOCIETY / Light At The Edge Of The World

Wunderschöne psychedelische Popmusik, näher an den frühen Tame Impala als an den ebenfalls britischen Temples macht das Quintett THE VRYLL SOCIETY aus Liverpool.

"Light At The Edge Of The World" ist ein Ohrwurm mit hymnischem Refrain und allem, was das Herz des Neo-Psychedelicers schneller schlagen lässt.

Das Debütalbum "Course of the Satellite" soll am 10. August auf Deltasonic Records erscheinen und mit 11 Titeln an den Start gehen. Neben "Light At The Edge Of The World"" findet man darauf auch "A Perfect Rhythm", den Song, welcher der Band auch schon einen Auftritt beim Glastonbury-Festival bescherte.




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Mittwoch, 11. Juli 2018

PRINCESS CHELSEA Made My Day! I Love My Boyfriend!



 

PRINCESS CHELSEA
Homepage: http://princesschelsea.lilchiefrecords.com/
From: Auckland, New Zealand


NEIN! Der erste Eindruck des Mikros täuscht! Das ist ein Barbie-Mikrofon und kein Sex-Toy! Warum auch, schließlich singt
 PRINCESS CHELSEA (alias Chelsea Nikkel) aus Neuseeland darüber, wie sehr sie ihren Boyfriend liebt. Oder?

Wenn man genau hinhört, geht es darum, dass man, obwohl man in einer Beziehung ist, sich zu einer Person hingezogen fühlt. Manchmal mag ich Kitsch und Princess Chelsea und "
Love My Boyfriend" sind herrlich kitschig. MADE MY DAY!

Montag, 9. Juli 2018

QUICK & DIRTY: BODEGA / Endless Scroll

Published: 06.07.2018
Label: What'S Your Rupture (Rough Trade)
Genre: IndieRock, AlternativeRock, NewWave, ArtRock, PostPunk
Country: New York, U.S.A.



Members:
Ben Hozie, Nikki Belfiglio, Montana Simone, Heather Elle, Madison Velding-VanDam

"How Did This Happen?!" heißt der erste Song mit dem die New Yorker Band BODEGA ihr Debütalbum "Endless Scroll" beginnt, auf welchem sie anschließend versucht, auf insgesamt 14 Songs, die aktuelle Sozial-, Kultur-, Gesellschafts- und Politiklage in einem PostPunk-Entwurf zu erläutern.

Das klingt mal nach den Parquet Courts, wie beim frechen Liebeslied "Jack in Titanic", welches selbstredend auf den Hollywoodschinken anspielt oder aber nach den englischen Schimpfspechten Sleaford Mods ("Name Escape") oder gar nach Thurston Moore, ("Boxes For The Move").



Bei diesen Referenzen lässt es sich schon erahnen, dass dem Quintett mit "Endless Scroll" ein ziemlich großer Wurf geglückt ist. Wer daran womöglich auch keinen geringen Anteil trägt, ist Austin Brown von den Parquet Courts, der das Album eigentlich exakt so produzierte, wie das PQ-Durchbruchsalbum "Light Up Gold" aus dem Jahr 2012 klingt. Das Witzige daran ist, dass die Parquet Courts sich ja mit ihrem von Danger Mouse produzierten aktuellen Album "Wide Awake" ein gutes Stück von dieser "rohen" Produktionsweise entfernt haben.



Für Bodega ist dieser Rohschliff aber aktuell genau der richtige, da die rebellischen, meist vom Bass getriebenen, gerne auch zynischen Songs genauso klingen als sähe man die Band gerade live in einem kleinen dunklen Club, wo die Energie und Kraft der Band gerade auf das Publikum überspringt. Ich gestehe in einem Club mit gutem Tontechniker an den Reglern ;-).



Neben der Produktion und dem Songwriting besticht außerdem die ausgesprochene Vielseitigkeit, welche die Band an den Tage legt. Das beginnt damit, dass sich Ben Hozie und Nikki Belfiglio als Sänger am Mikro abwechseln und mit ihren so unterschiedlich markanten Stimmen dafür sorgen, dass neben Gang of Four (besonders bei "I Am Not A Cinephile") auch The Slits (besonders bei "Margot") ans Hinterstübchen klopfen, wenn man dem Album lauscht.

Außerdem sind die Songs, wie es sich in der Tradition des Punk gehört, fast immer knackig kurz, das brillante "I Am Not a Cinephile" bleibt sogar unter einer Minute und über die stilistische Bandbreite hatte ich mich ja eingangs bereits geäußert, kann aber den Referenzen guten Gewissens auch noch The B-52's, Wire, Le Tigre und Devo hinzufügen. Das Bühnenoutfit orientiert sich allerdings eher an Arcade Fire ;-). Jetzt ist es aber gut!

Na gut, noch meine Favoriten: "How Did This Happen?!" + "I Am Not a Cinephile" +"Gyrate" + "Jack In Titanic" + "Charlie". Jetzt ist aber wirklich gut!!



Tracklist:
01 How Did This Happen?!
02 Bodega Birth
03 Name Escape
04 Boxes For The Move
05 I Am Not a Cinephile
06 Can't Knock The Hustle
07 Gyrate
08 Jack In Titanic
09 Margot
10 Bookmarks
11 Warhol
12 Charlie
13 Williamsburg Bridge
14 Truth Is Not Punishment