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Montag, 13. August 2018

QUICK & DIRTY: THE VRYLL SOCIETY / Course Of The Satellite

Published: 17.08.2018
Label: Deltasonic
Genre: NeoPsychedelic, PsychedelicRock, Krautrock, SpaceRock
Country: Liverpool, United Kingdom




Members:
Michael Ellis, Ryan Ellis, Lewis McGuinness, Benjamin Robinson, Lloyd Shearer

Als Erstes versuche ich einmal, den seltsamen Bandnamen THE VRYLL SOCIETY zu entschlüsseln. Das Wort "Vril" stammt aus dem 1871 erschienenen Roman "The Coming Race" und wurde vermutlich aus dem lateinischen Wort "virilis", was mannhaft oder kraftvoll bedeutet, abgeleitet. Im Roman gibt es eine unter der Erde lebende Gesellschaft namens Vril-Ya, die über Vril-Kräfte wie Telekinese und Telepathie verfügen und den normalen Menschen deswegen überlegen sind. Von da an übernahmen zahlreiche okkultistische und esoterische Autoren den Begriff in Beschlag und benutzten Vril als Synonym für geheime Kräfte.

Nun schreibt sich die fünfköpfige Liverpooler Band aber nicht "The Vril Society", sondern mit Y und Doppel-L, also THE VRYLL SOCIETY. Wir kaufen deswegen ein E und ein I, um in Zeiten, in welchen Bands gerne mal Vokale im Bandnamen weglassen, den Bandnamen mit Vokalen zu substituieren. Voilà und schon haben wir - THE VERY ILL SOCIETY.

Ob irgendetwas von dieser Herleitung tatsächlich mit dem Bandnamen zu tun hat, steht in den Sternen, aber vielleicht fragen Sie einfach einen befreundeten Okkultisten, Psychedeliker oder ihren Apotheker, was die von der Theorie zur ziemlich kranken Gesellschaft halten? Fest steht aber, wieder etwas gelernt oder kannten sie die Vril-Geschichte schon? Jetzt aber zur tatsächlich kraftvollen [lat. virilis ;-)] Musik der Briten.


"Course Of The Satellite" ist ein Debütalbum mit einem sehr sanften Flow, zwar heben sich einzelne Stücke wie das hymnische "The Light At The Edge" (Achtung Hitpotential!) oder das sehr rhythmische "When The Air Is Hot" hervor, aber im Kern ist dieses Album dazu geschaffen, exakt so gehört zu werden, wie die Band die Songreihenfolge festgelegt hat. Da ist natürlich eine Zumutung für die Menschheit im MP3- und Streaming-Zeitalter für Vinylfeunde hingegen das tägliche Brot ;-).



Bereits beim spacigen Einstiegssong "Course Of The Satellite" wird der dem Psychedelic-Genre geneigten Hörer Vergleiche zu Tame Impala und zu den Temples ziehen, aber dann auch schnell merken, dass hier keine Epigonen am Werk sind, sondern fünf ziemlich talentierte junge Musiker, die Spaß an der Sache haben und ihr eigenes Ding durchziehen.



Das Quintett besteht aus Sänger Mike Ellis, den beiden Gitarristen Lewis McGuinness und Ryan Ellis, Bassist Lloyd Shearer sowie Schlagzeuger Ben Robinson. Ein ziemlich fantastischer Fünfer, der sich für sein Debüt die nötige Zeit genommen hat und sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen lies. Der Lohn ist ein Debütalbum, welches so ausgereift klingt, als hätte die Band bereits zahlreiche Alben vorgelegt.



Auf "Course Of The Satellite" hat man nie den Eindruck, dass Sound vor Melodie oder umgekehrt gilt, denn die Band legt hörbar Wert darauf, dass beides in perfekter Harmonie liegt.

Erst mit häufigerem Hören lässt sich erkennen, wie vielschichtig dieses Album eigentlich ist. Man sollte sich also Zeit nehmen für "Course Of The Satellite", denn dann plötzlich wird der Blues in "Tears We Cry" erkennbar, das feacettenreiche Gitarrenspiel bei "Andrei Rublev" und "Soft Glue", der federleichte Funkrhythmus bei "When the Air Is Hot", der Disco-Beat bei "Inner Life" oder das treibende Bassspiel bei "Shadow Of A Wave".



Tracklist:
01 Course Of The Satellite
02 A Perfect Rhythm
03 Andrei Rublev
04 Glows And Spheres
05 Tears We Cry
06 When The Air Is Hot
07 The Light At The Edge
08 Shadow Of A Wave
09 Soft Glue
10 Inner Life
11 Give In To Me

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