Labels

Dienstag, 15. Mai 2018

QUICK & DIRTY: ARCTIC MONKEYS / Tranquility Base Hotel + Casino

Published: 10.05.2018
Label: Domino Rec. co.
Genre: IndieRock, LoungeRock
Country: Sheffield, Great Britain



Members:
Alex Turner, Jamie Cook, Matt Helders, Nick O'Malley

Woran erkennt man am besten, wie schnell die Zeit vergeht? Eltern würden sagen am eigenen Nachwuchs und Musikliebhaber kennen sicher das Gefühl, dass man es manchmal nicht glauben kann, wenn wieder eine Mail im Postfach landet, die ankündigt, dass es von einem Lieblingsalbum jetzt eine 10-Jahre- oder gar 25-Jahre-Sonderedition gibt.


Also tapfer bleiben, wenn ich jetzt erwähne, dass das furiose Debütalbum "Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not!", welches die vierköpfige britische IndieRock-Band ARCTIC MONKEYS erst zu Internet- und dann zu Megastars machte, schon 12 Jahre auf dem Buckel hat.

Seitdem hat sich die Band um Mastermind Alex Turner immer wieder erneuert. Jedes der bisher erschienenen fünf Alben baut zwar auf dem Vorgänger auf, sucht aber immer auch neue Wege und verweist auf eine Grundidee, die hinter ihm steht – von Konzeptalben zu sprechen, wäre allerdings zu hoch gegriffen.

Fünf Jahre nach der höchst erfolgreichen Platte "AM" vollzieht die Band nun mit Album Nummer sechs erneut eine Metamorphose, indem sie mit "Tranquility Base Hotel + Casino" ein Album veröffentlichen, das so in etwa auch The National oder Balthazar hätten machen können. "Wo sind die Riffs? Wo der Hit?", sind Fragen, die sich Fans der ersten Stunde stellen werden, oder gar "gehören die Arctic Monkeys nun endgültig zum alten Eisen und haben das Feuer ihrer Anfangstage verloren?"



Arbeiten wir den ganzen Fragenkack einfach schnell ab, damit wir uns einem federleichten neuen Sounds der Monkeys widmen können. So gut wie keine Riffs, kleine Ausnahme die fuzzy Gitarre bei "Golden Trunks". Kein wirklicher Hit für die Indie-Disco, aber die das Album eröffnende Zeile "I just wanted to be one of The Strokes" aus "Star Treatment" ist jawohl der absolute Hit! Das Feuer brennt noch, allerdings wird es nicht mehr dazu benutzt, wild "abzufackeln", sondern es schürt den Kamin an und wärmt ganz soulful Herz.

Tatsächlich ließen schon einige Schreiberlinge die Begriffe "Lounge" und "Cocktail" fallen, um das neue Werk der Arctic Monkeys zu beschreiben, aber die Begriff passen nicht, denn zu sehr verbinde ich mit Lounge- oder Cocktailmusik belanglose Musik, die nicht wehtut und im Hintergrund laufen kann, ohne dass sie irgendjemanden stört. UND NEIN, so ist "Tranquility Base Hotel + Casino" ganz sicher nicht!

Dieses Album ist der Tranquilizer, den du schlucken solltest, damit es dir besser geht! Damit du Musik in Cocktailbars erträgst, damit du verkaufsoffene Sonntage überlebst oder eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23km/h auf der Autobahn klaglos hinnimmst. Damit du das armselige Geschwätz von schleimigen Politikern erträgst oder die bodenlose Dummheit deutscher Fußballnationalspieler. Damit du Dinge verkraftest, die du nicht ändern kannst. Einfach rezeptfrei einchecken im "Tranquility Base Hotel + Casino"!

Die im Internet geborenen Arctic Monkeys erschaffen ein Album voller Seele (Soul), das dem Hörer hilft, offline zu gehen - ein größeres Geschenk kann man in diesen Zeiten kaum machen. Und ob ihr es glaubt oder nicht, eine ähnliche Wirkung erzielen übrigens auch einige Alben von Soullegende Curtis Mayfield!



Tracklist:
01 Star Treatment
02 One Point Perspective
03 American Sports
04 Tranquility Base Hotel + Casino
05 Golden Trunks
06 Four Out Of Five
07 The World's First Ever Monster Truck Front Flip
08 Science Fiction
09 She Looks Like Fun
10 Batphone
11 The Ultracheese

1 Kommentar: