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Mittwoch, 1. April 2015

NEW SONGS Vol. 89: THE PRODIGY ... DAN DEACON ... CHICK QUEST... SCOTT MATTHEW

THE PRODIGY / The Day Is My Enemy (LP) ... DAN DEACON / When I Was Done Dying ... CHICK QUEST / Vs. Galore (LP) ... SCOTT MATTHEW / This Here Defeat (LP)

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THE PRODIGY / The Day Is My Enemy (LP)

Fat!Fat!Fat! Boom!Boom!Boom! Clash!Clash!Clash! Riot!Riot!Riot! Crash!Crash!Crash! Jump!Jump!Jump! Pump!Pump!Pump!

Damit ist eigentlich alles gesagt über das neue PRODIGY-Album "The Day is my Enemie". Prodigy bleiben sich treu, keine großen Experimente, lediglich der Song "Medicine" mit orientalischen Untertönen und die Kooperation "Ibiza" mit der Pöbelkönigin Sleaford Mods zeugen von dezenter Weiterentwicklung.

Und wie sagte mein Kollege so schön: "Wenn man die Bude putzen muss, ist die neue Scheibe der optimale Soundtrack, um in Rekordzeit zum Ziel zu kommen." Wo er Recht hat, hat er recht.





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DAN DEACON / When I Was Done Dying 
Der amerikanische Komponist und Elektroniktüfftler DAN DEACON stammt aus New York, lebt aber seit 2004 in Baltimore. Er hat bereits acht, zum Teil wahnwitzige Alben veröffentlicht, auf denen er elektronische Sounds mit orchestralen Klängen verknüpft.

Waren die ersten Alben noch eher unter der Rubrik "Kunst" einzuordnen, schält sich seit dem 2012 erschienenem Album "America" immer mehr, wenn auch nur zögerlich, der Pop-Appeal hervor. Die erste Veröffentlichung "When I was done dying" vom soeben erschienenen Album "Gliss Riffer" scheint diese Tendenz weiterhin zu bestätigen.



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CHICK QUEST / Vs. Galore (LP)

Schon wieder Wien! Aber jetzt mal gaaanz anders als die üblichen Verdächtigen.

Die Band CHICK QUEST selbst beschreibt ihre Musik als Violent Femmes meets Talking Heads versus Spaghetti Western Soundtrack, kurz Spaghetti-Western-PostPunk. Was sich schon in Worten gut anhört, kann sich auch in Tönen hören lassen.

Die Band besteht aus Ryan White (Gitarre, Gesang), Iris Rauh (Schlagzeug), Magdalena Kraev (Bass) und wechselnder Besetzung an der Trompete und war nie als solche geplant. Eigentlich ging es nur um ein Projekt, bei dem Soundtracks von alten italienischen Westernfilmen der Sechziger Jahre mit tanzbarem Post-Punk gekreuzt werden sollten. Der in Wien lebende Amerikaner Ryan White startete das Projekt Anfang 2014 zusammen mit der Österreicherin Iris Rauh, um eine Live-Dance-Party für Freunde in kleinen Clubs zu veranstalten. Die anfängliche Idee wuchs über sich hinaus, es kam zu "richtigen" größeren Konzerten, und nachdem das Line-Up sich mit Magdalena Kraev zu einer echten Band ausgewachsen hatte, blieb es folgerichtig unvermeidlich, eine Debütplatte herauszubringen.

"Vs. Galore" erscheint nun am 20. April, vorerst leider nur als digitaler Download, denn eigentlich gehört solche Musik natürlich auf Vinyl! Aber wenn dem Album, was ich sehr hoffe, Erfolg beschienen ist, würde die Band selbstverständlich gerne auch in schwarzes Gold investieren - und ich auch.

Beste Tracks: "Sounds like Bruce!", "I'm tired of pretty Girls", "You have a Future in Television",  "Girl on Fire".


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SCOTT MATTHEW / This Here Defeat (LP)

Huch, was musste ich da im Pressetext lesen:

"Ich bin sehr, sehr stolz auf das neue Album“, sagt Scott, „und ich bin es umso mehr, als dass ich gar nicht daran geglaubt habe, dass es entstehen würde. Noch wenige Monate, bevor wir es aufgenommen haben, hatte ich gedacht, dass ich wohl nie eine neue Platte machen würde. Es gab eine Zeit in meinem Leben, und die ist nicht lange her, als ich nicht mehr der traurige Kerl sein wollte. Mein Herz war mir mal wieder gebrochen worden, und ich sann darüber nach: Will ich wirklich weiter der Typ sein, der Musik stets zur Verarbeitung seiner Liebesenttäuschungen nutzen wird? In dieser Zeit bin ich auf Tour gegangen und habe währenddessen buchstäblich meine Stimme verloren – ich konnte auf einmal nicht mehr singen."

Natürlich war ich erschrocken, denn SCOTT MATTHEW ist, obwohl er der ultimative Herz-Schmerz-Zu-Tode-betrübt-Musiker auf diesem Planeten ist, wie man bei seinen Konzerten immer wieder erleben kann, ein charmanter Plauderer und alles andere als ein Trauerklos. Und eigentlich kann auch nur so jemand dauerhaft Liebeskummer in Musik verwandeln, ohne sich früher oder später von einer Klippe zu stürzen oder eben damit aufzuhören. Letzters ist nun also nicht geschehen und bevor Ersteres zutrifft, würde ich Scott zweiteres verzeihen.

Bis dahin freue ich mich über "This Here Defeat" in Lissabon - der Stadt des Fado - aufgenommen. Genieße sein Leiden zu Cello, Klavier, Ukulele und Gitarre und bin begeistert über das mutige Titelstück des Albums, das man wohl und nicht übel als zauberhafte Pop-Ballade bezeichnen muss.

Anspieltipps: "Effigy", "Skyline", "Ruined Heart" und "This here Defeat".


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