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Freitag, 6. April 2018

EELS / The Deconstruction [Review]

"The deconstruction has begun. Time for me to fall apart. (…) The reconstruction will begin, only when there's nothing left." lauten die wenig zuversichtlichen Zeilen im wichtigsten und auch namensgebendem Song "The Deconstrucion" vom neuen, mittlerweile zwölftem Studioalbum von Mark Oliver Everett alias EELS.


Dass Mr. E ein vom Leben nicht gerade verwöhnter, mit zahlreichen Schicksalsschlägen gebeutelter Mensch und nicht immer gut gelaunt ist, sollte sich nach einem Dutzend Alben also eigentlich herumgesprochen haben. Ist "The Deconstruction" also ein weiterer tieftrauriges bzw. wütendes Werk aus der Feder des Mannes aus Washington oder kommt nach der Zerlegung der hoffnungsvolle Wiederaufbau?

Die Antwortet lautet beides! "The Deconstruction" ist einerseits, wie beispielsweise beim Geigen geschwängerten Titelsong ergreifend melancholisch. andererseits aber wie beim locker flockig groovenden "Today Is The Day" vollmundig lebensbejahend!



UND Mr E. kann sogar in tiefen Molltönen frohe Botschaften verbreiten, denn bei "Premonition " bringt er es auf den Punkt: Man kann die Augen nicht vor der ganzen Kacke verschließen, aber man sollte sich davon auch nicht die Laune verderben lassen, denn so lässt es sich besser überleben! Also fangt doch einfach an, nett zu sein, rät Herr Everettt!



Vier Jahre nach "The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett" scheint E. die Nase davon voll zu haben, immer nur zu warnen und ruft auf seiner Homepage dazu auf, das neue Album ganz einfach auf sich wirken zu lassen und dem alten Grundsatz folgend nicht zu versuchen, erst die Welt, sondern lieber sich zuerst zu ändern:  "The world is a mess. This is just music. Music by someone who tends to believe that change starts in your own backyard. I’m just optimistic enough to believe that kind of thing can still help people."



Damit vor lauter nett sein, aber nicht das Rocken vergessen wird, liefert E. mit "You Are The Shining Light" seit langer Zeit mal wieder einen Song, den man sogar in der Indie-Disco spielen kann, ohne, dass der Wodkaausschank unverhältnismäßig in die Höhe schnellt.

Weitere Highlights sind "Rusty Pipes", ein klassischer Eels-Song mit spooky Backgroundgesängen und hiphop-artigen Beats, wie sie E. vor allem 2000 auf dem Album "Daisies of the Galaxy" immer wieder eingesetzt hat und "Be Hurt" eine bissige, ziemlich späte Antwort auf "Everybody Hurts" (1992) von R.E.M., die davon erzählt, dass man nur durch Niederschläge und Verletzungen stark werden kann.

15 neue Songs, aufgenommen mit alten Weggefährten in The Compound in Los Feliz sowie in den The Pie Studios in Pasadena (Kalifornien) schenkt uns der 1963 als Sohn eines Quantenphysikers und einer Schriftstellerin geborene Künstler, der seit seinem 1996 erschienenem fantastischen Debüt "Beautfiul Freak" eine feste Größe im IndieRock ist.

I like Birds! I like E.! I like The Deconstruction! The Reconstruction will begin!



Tracklist:
01 The Deconstruction
02 Bone Dry
03 The Quandary       
04 Premonition 
05 Rusty Pipes
06 The Epiphany
07 Today Is The Day
08 Sweet Scorched Earth 
09 Coming Back
10 Be Hurt
11 You Are The Shining Light 
12 There I Said It
13 Archie Goodnight
14 The Unanswerable                         
15 In Our Cathedral


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