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Sonntag, 18. März 2018

QUICK & DIRTY: YOUNG FATHERS / Cocoa Sugar

Published: 09.03.2017
Label: Ninja Tune
Genre: PostHipHop, AlternativeBeats
Country: Edinburgh, Scotland



Members:
Alloysious Massaquoi, Kayus Bankole, „G“ Hastings

Wenn man mit dem Debütalbum den renommierten britischen Mercury Music Prize abräumt und sich damit in eine Reihe mit Künstlern wie The XX, Arctic Monkeys, PJ Harvey, Elbow, Primal Scream, Portishead, Alt-J etc. einreiht, sollte einer großen Karriere im Musikbusiness eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Dem Trio YOUNG FATHERS gelang 2014 als krasse Außenseiter dieses Kunststück mit ihrem Debüt "Dead". Die Begeisterung für diese Auszeichnung hielt sich bei der Band in Grenzen und um die nun aufmerksam gewordenen Massen einzufangen, waren und sind die Schotten viel zu sperrig. So dürften "Dead" mit Platz 35 und der 2015 erschienene Nachfolger "White Men Are Black Men Too" mit Rang 41 in den UK-Album-Charts wahrscheinlich die am schlechtesten platzierten Alben in der Mercury-Music-Prize-Preisträger-Riege sein.



Drei Jahre sind vergangen, in denen die Young Fathers u. a. mit Massive Attack auf Tour waren, einen kleinen politischen Skandal durch die Absagebegründung beim Pop-Kultur-Festival in Berlin verursachten und die neuen Songs für Album Nummer Drei "Cocoa Sugar" schrieben, mit denen sie ihre schmutzigen Finger wieder in die real existierenden Wunden unserer Welt legen.



Inhaltlich, also alles beim Alten bei den Ex-HipHoppern, aber in Sachen Verpackung hat sich dann doch so Einiges getan. Zwar sind ihre Songs noch immer voller Brüche und Ecken und Kanten, aber die omnipräsente aggressive Wut des letzten Album "White Men Are Black Men Too" ist nun gerne mal mit einem sarkastischen Samtschleifchen verpackt. Besonders bei den ersten fünf Songs könnte man den Verdacht hegen, dass sich das Trio dem Mainstream zwar nicht anbiedern, aber zumindest annähern möchte.

Ab der souligen Nummer "Tremolo" nimmt das Album aber wieder Fahrt auf. "Wow" und "Wire" sind Songs, wo ich persönlich die Young Fathers am liebsten sehe, nämlich ganz in der Nähe des hypermodernen pulsierenden Maschinen-Souls wie ihn auch die Algiers aus Atlanta predigen. Dieselbe Marschrichtung hält auch das dunkel groovende "Border Girl", während "Holy Ghost" dann die HipHop-Wurzeln ausgräbt. Auch gut!



Insgesamt erneut ein außergewöhnliches Album, das sich nicht auf ein Genre festlegen lässt und sicher viele Durchläufe benötigt, bis man es, in seiner vielschichtigen Gänze, oder moderner ausgedrückt faszinierenden Diversity, bewerten kann.

Wie gut es tatsächlich ist, verrate ich euch also erst am Ende des Jahres ;-).

Ach und nicht, dass ich es vergesse, der Hit ist natürlich:


Tracklist:
01 See How
02 Fee Fi
03 In My View
04 Turn
05 Lord
06 Tremolo
07 Wow
08 Border Girl
09 Holy Ghost
10 Wire
11 Toy
12 Picking You

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