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Donnerstag, 24. März 2016

THE THERMALS / We Dissapear

Der siebte Streich! Seit 2002 beglücken THE THERMALS aus Portland die Welt mit PunkRock, der ohne Umschweife immer auf den Punkt kommt.


Nach zahlreichen Umbesetzungen um die beiden Gründungsmitglieder Hutch Harris (Gitarre, Vocals) und Kathy Foster (Bass, Vocals, in den Anfangstagen der Band, fand man 2008 mit Westin Glass endlich den richtigen Mann am Schlagzeug.

Das erste Album "Now we can see" nach der Neufindung markierte 2009 dann auch einen Meilenstein im Werkkatalog der zum Trio geschrumpften Gruppe, zwar nicht mehr so ungestüm wie auf dem Vorgängeralbum  "The Body, the Blood, the Machine" (2006), aber mit deutlich mehr eigenem Profil.

Die beiden Nachfolgealben "Personal Life" (2010) und "Desperate Ground" (2013) manifestierten den Bandstatus als legitime Nachfolger der Ramones, wovon ich mich auch schon 2013 live im Gebäude 9 bei einem gedenkwürdigen Konzert in Köln überzeugen konnte.

Der Titel des neuen Albums "We Dissapear" bezieht sich demnach keinesfalls auf die Band - denn, wenn eine PunkRock-Band zur Zeit Präsenz zeigt, dann sind es The Thermals - sondern auf den Konflikt in den uns die wachsende Verknüpfung unseres Lebens mit der Technologie stürzt, so dass es trotz ständiger Erreichbarkeit und virtuellen Parallellebens nach Ansicht der Thermals dazu führt, dass wir uns in Wirklichkeit nicht mehr erreichen und für einander immer unsichtbarer werden. Da sage einer noch mal beim PunkRock gehe es nur um Saufen, Frauen und  Belanglosigkeiten. Philosophical Thermals!



Die Botschaft ist also klar, und die Musik ebenso, denn wie immer gibt es bei den Thermals kaum Experimente. "We Dissapear" ist geradlinig und hart im Sound, vielleicht eine Spur düsterer wie gewohnt, was aber ja bei der für das Album gewählten Thematik nicht verwundert. Produziert wurde von Chris Walla (Ex-Mitglied von Death Cab For Cutie)  in Portland und Seattle. Erstmals, so Harris, sind die Texte im Gegensatz zu früher keine fiktiven Geschichten, sondern zehren von den eigenen Erfahrungen des Songwriters:

"Technologie, Liebe und Tod sind die drei Hauptthemen des Albums.

Unsere Privatsphäre war uns so wichtig und jetzt hat sich alles verändert - wir geben freiwillig Informationen über Beziehungen heraus und enthüllen alles über unser alltägliches Leben. Wir versuchen unser Leben digital zu bewahren damit wir, wenn wir gestorben sind, nicht vergessen werden. Wir verwenden die Technologie um unsterblich zu werden. Man kann selbst Facebook- und Twitteraccounts darauf einstellen sich zu aktualisieren nachdem man gestorben ist. Auf "We Disappear" geht es darum wie Menschen versuchen, das Unvermeidliche zu bekämpfen
."


Und selbst, wenn man all das nicht weiß, und einen Scheiß auf die Texte gibt, ist es einfach wieder ein wunderbares Album geworden, um sich den Kopf freipusten zu lassen mit hymnischen Rock 'n' Roll-Songs wie "My Heart Went Cold", "If We Don’t Die Today", "Thinking of You" oder dem zentralen Song des Albums "The Great Dying". 

God save Rock 'n' Roll an the Thermals!


Tracklist:
01 Into the Code
02 My Heart Went Cold
03 Hey You
04 If We Don’t Die Today
05 The Great Dying
06 In Every Way
07 The Walls
08 Thinking of You
09 Always Never Be
10 Years in a Day

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