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Montag, 21. März 2016

FLORA CASH / Can Summer Love Last Forever?

Dass sich immer mehr Pärchen über das Internet lieben lernen, ist ja mittlerweile gang und gäbe, dass sich aber auch eine Band über das Netz und Kontinente hinweg kennen und lieben lernt, ist mir bisher noch nicht untergekommen.


Nicht Tinder, sondern Soundcloud verhalf dabei, dass sich die Sängerin Shpresa Lleshaj aus Stockholm und der Musiker Cole Randall aus Minneapolis fanden. 2012 lernen sich die beiden auf besagter Musikerplattfrom kennen.

Die musikalische Anziehungskraft wuchs und wuchs, führte zu einer "Skype-Beziehung" und nach fünf Monaten entschloss sich Shpresa in die Staaten nach Minneapolis zu fliegen. Sind es nicht immer die Frauen, die den entscheidenden Schritt wagen?

Zwei Monate später packt Cole sein Köfferchen, fliegt mit Shpresa zurück in die schwedische Hauptstadt und beide gründen das IndieFolk-Duo FLORA CASH. Und um die Romantik auf die Spitze zu treiben, heirateten die beiden ein knappes Jahr später.

Das erste Produkt dieser musikalischen Liebesbeziehung ist die sieben Songs umfassende Mini-LP "Can Summer Love Last Forever?" und wer jetzt kitschige Liebeslieder erwartet, der ist schief gewickelt. Natürlich dreht sich das Album um das Thema Liebe und Leidenschaft, aber auch um verzweifelten Wahnsinn, Einsamkeit, Zorn, Verweigerung und Depression. Keine weltbewegenden Themen also, sondern intime Gefühle, wie sie sicher jeder schon selbst erfahren hat - nicht nur bei der ersten Ferienliebe. 



Das gefährliche Kitsch-Riff und seichtes Gewässer umschiffen Flora Cash ohne Probleme, weil sie nicht auf Bombast, Zuckerwatte und billige Klischees, wie im deutschsprachigen Romantik-Pop zur Zeit üblich (ganz unerträglich "Lieblingsmensch") setzen, sondern ihre intimen Lyrics in ebenso intime Klänge verpacken.

Das erinnert stellenweise an das großartige aktuelle Villagers-Album "Where Have You Been All My Life?", aber auch an die beiden Folk-Schwestern von First Aid Kit, womit über die Qualität des Songwritings eigentlich alles gesagt sein dürfte. Wer noch akustische Beweise benötigt, klicke einfach auf das Video zur ersten Singelauskopplung "For Someone", bei der man auch direkt erfährt, wie hervorragend sich die Stimmen von Shpresa und Cole und ineinanderschmiegen.

So schön kann Liebe sein ;-)!



Tracklist:
01 And Ever
02 For Someone
03 Mezmer
04 Nightmare
05 Atone
06 Down On Your Knees
07 Paraoh

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