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Samstag, 12. Dezember 2015

TOP 150 RECORDS OF THE YEAR 2015 (No. 100 bis 76)

DIE ALBEN DES JAHRES 2015 - Part III.
[Part I.]
[Part II.] ... [Part IV.] [Part V.] [Part VI.]


REVIEW
100
MODEST MOUSE
Strangers to Ourselves

Acht Jahre hat es gedauert, bis die IndieRocker von Modest Mouse wieder mit einem neuen Album auf sich aufmerksam machen. Während das Albumcover sehr strukturiert und reglementiert wirkt, es handelt sich um eine Luftaufnahme einer am Reißbrett entwickelten Siedlung in Arizona, zeigt sich die Band auf "Strangers to Ourselves" sehr vielfältig. Mit welchen musikalischen Mitteln Modest Mouse ihre Botschaften (Isolation, Identitätkrise) verbreiten, ist ihnen schnurzpiepegal! 

TOP 3 SONGS: Coyotes, Strangers to Ourselves, Lampshades On Fire ... LISTEN on Homepage
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99
TOBIAS JESSO JR

Goon

Tobias Jesso Jr ist ein 30-jähriger Musiker aus Vancouver, der mit seinem Solo-Debüt "Goon" das wohl emotionalste Album des Jahres veröffentlicht. 2013 begann er mit den Arbeiten an "Goon" und wurde währendessen mit einer Krebsdiagnose seiner Mutter konfrontiert. Auch von diesen Erfahrungen erzählt er auf seinem Album, das mit unzähligen sentimentalen Piano-Balladen vor Schmalz nur so trieft und doch nicht in der Kitschecke abgelegt werden darf. 

TOP 3 SONGS: Without You, Can't stop thinking about you, Bad Words ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
98
MONDAY TRAMPS

When Days Turned Hollow

Ach Gott München. Im Fußball groß (leider) und in Sachen Pop und Rock eher Diaspora. Eigentlich kommen interessante Bands aus Deutschland fast ausschließlich aus Berlin, aber diese neue Gitarrenband, die sich irgendwo zwischen Stones, Strokes und Kooks ansiedelt, könnte tatsächlich die bayrische Hauptstadt in ein neues Licht rücken. Also ein Hoch auf die Nostalgie und eine Band, die Melodien feiert, Songwriting beherrscht, Harmoniegesänge zelebriert und nur in Sachen Dirtyness etwas nachlegen dürfte.


TOP 3 SONGS: Prelude (My Baby), Dance with the Devil, When Days turned Hollow ... LISTEN on Homepage
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97
TORO Y MOI

What for?

Chaz Bundick ist Toro Y Moi. Der in frühen Jahren in einer IndieRock-Band (The Heist) spielende Mann aus South-Carolina hat sein Spektrum im Laufe der Zeit über alle Genres erweitert. Geschickt verbindet er Funk, R&B und PsychedelicPop Elemente zu einer sehr chilligen Mixtur, die fesselnd bleibt - was bei Musik, die mit dem Etikett "Chillwave" versehen wird, sehr sehr selten ist. 


TOP 3 SONGS: Yeah Right, Half Dome, The Flight
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REVIEW
96
WAVVES x CLOUD NOTHINGS

No Life For Me

Nathan Williams (Wavves) und Dylan Baldi (Cloud Nothings) haben kollaboriert. Wer mit beiden IndieRock-Bands vertraut ist, dem dürfte klar sein, dass diese Zusammenarbeit ziemlich fette Ernte hervorbringen müsste.

Und es sind wirklich neun ganz paradiesische Früchtchen geworden. Es scheppert und schrammelt - und ganz wie man es von den beiden Bands, von den Wavves mehr und von den Cloud Nothings etwas weniger, gewohnt ist - steht im Zentrum des LoFi-Wahnsinns immer eine feine Melodie, die man bei Stromausfall auch auf der akustischen Gitarre zupfen könnte.

TOP 3 SONGS: No Life for me, How it's gonna do, Come down ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
95
BJÖRK
Vulnicura

An der isländischen ArtPopFee scheiden sich ja schon immer die Geister, der eine findet ihre Musik von erhabener Schönheit, der andere kriegt beim ersten Ton aus ihrer Kehle einen Würgereiz. Auf niemanden trifft die Aussage, man liebt oder hasst sie, also besser zu. Ich liebe Björk bereits seit Ewigkeiten und auch, wenn die Songstrukturen kaum noch die bekannten Pfade verlassen, ist "Vulnicura" ein faszinierendes Trennungsalbum geworden. 


TOP 3 SONGS: Black Lake, Lion Song, Atom Dance ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
94
GLEN HANSARD
Didn't he Ramble

Wahrscheinlich hätte es "Didn't he Ramble" nicht in diese Charts geschafft, wenn ich nicht beim magischen Konzert am 12.10. diesen Jahres gewesen wäre, denn es ist sicher das bisher schwächste Album des Iren. Aber wer sich mit seinem schwächsten Album in diesen Charts wiederfindet, kann definitiv kein Schlechter sein ;-).

TOP 3 SONGS: Winning Streak, Paying my Way, Her Mercy ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
93
KITTY, DAISY & LEWIS

The Third

Mit "Smoking in Heaven" haben die Rock 'n' Roll-Geschwitter Kitty, Daisy & Lewis 2011 dafür gesorgt, dass Petticoats und Schmalztolle wieder angesagt waren, denn lange hat niemand mehr so schön in den Analen der 50er und 60er-Jahre-Sounds gewildert.

Ihrer Mélange aus Rockabilly, Ska, Soul, Swing und Rhythm and Blues bleibt das Trio auch auf ihrem dritten Album treu. Weiterhin pfeifen sie auf digitale Aufnahmetechnik und spielen alle Songs im eigenen Analog-Studio ein. Entsprechend warm ist der Sound und speziell den souligen Nummern wie "Whenever you see me" gibt dies besondere Strahlkraft.

TOP 3 SONGS: Whenever you see me, Turkish Delight, Bitchin' in the Kitchen
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92
A$AP ROCKY

At.Long.Last.A$Ap

Auch Rapper werden erwachsen. Herzlich Willkommen A$ap Rocky in einer Welt in der Substanz gefragt ist und es nicht nur um Party, Titten und Drogen geht. Noch nicht auf der selben Höhe wie Kendrick Lamar - der ist ja auch ein Jahr älter ;-) - aber die Gleise sind richtig gestellt. 

TOP 3 SONGS: Holy Ghost, L$D, Westside Highway ... LISTEN on Homepage

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REVIEW
91
HOLLY HERNDON
Platform

Manchmal muss Musik auch weh tun. Bei Holly Herndorn werden zartbesaitete Gemüter wahrscheinlich sogar in Frage stellen, ob es sich um Musik handelt. Diesen sei allerdings hiermit auf’s äußerste widersprochen: Herndorn macht Musik für die Zukunft - die Zukunft zwischen Mensch und Maschine. So bezeichnet sie den Song "Home" als Trennungssong, bezogen auf das durch die NSA-Abhöraffäre gestörte Verhältnis zwischen ihr und ihrem Laptop. The crazy world of Holly! 

TOP 3 SONGS: Chorus, Home, Locker Leak ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
90
SCOTT MATTHEW
This Here Defeat

Wer einmal bei einem Konzert von Scott Matthew, dem feinfühligen in Australien geborenen und New York lebenden Songwriter war, dem wird sich jedes neue Album des Künstlers sofort erschließen. Matthew-Alben sind melancholische Kleinode und "This Here Defeat" ist eines der schönsten. 

TOP 3 SONGS: This here Defeat, Skyline, Ruined Heart ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
89
HANNI EL KHATIB

Moonlight

BluesRock von einem Mann, der lange Zeit von Dan Auerbach protegiert wurde und der jetzt auf der Überholspur ist und mit seinem BluesRock die Black Keys verdammt alt aussehen lässt. 

TOP 3 SONGS: Servant, Two Brothers, Moonlight ... LISTEN on Homepage
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88
SPANGLE CALL LILLI LINE

Ghost is Dead

Ja, auch exotische Musik findet den Weg in diese Charts. Die Band mit dem schwer memorierbaren Namen Spangle Call Lillie Line kommt aus Japan, hat bereits eine 10 Alben schwere Diskographie und macht seltsam groovig schwebende Musik, die zwischen SynthiPop, Electro und Post-Rock changiert. Und über allem erhebt sich die geisterhafte Stimme von Sängerin Otsubo Kana, von der ich nie sagen kann in welcher Sprache sie eigentlich singt. 

TOP 3 SONGS: Evoke, Azure, Feel Uneasy,  ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
87
EAGLES OF DEATH METAL

Zipper Down

Let's Boogie! Jesse "The Devil" Hughes und Josh Homme breiten sieben Jahre nach der letzten Platte ihre Schwingen zum vierten Mal aus, um den Adler wie Phoenix auferstehen zu lassen. Allerdings hat sich in den sieben Jahren Käfighaltung nicht viel getan. Das Konzept baut noch immer auf Blues, Boogie und klassischem StonerRock.

Am besten funktioniert das nicht gerade innovative Werk natürlich, wenn man eine stattliche Anzahl Bier gelöscht hat und eine (kopflose) Dame zu vorgerückter Stunde im schwarzen Leder-Outfit zur Musik mit den Hüften wackelt. Ach Schluss jetzt - frauenfeindliche Scheiße dieses wildes Rock-n-Roll Getue ;-) 

TOP 3 SONGS: Complexity, Skin-Tight Boogie, Oh Girl ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
86
DEERHUNTER

Fading Frontier

Ist es tatsächlich so, dass eine amerikanische Band als erstes ein Album herausbringt, das Europas Flüchtlingkrise in adäquater Weise thematisiert? Explizit bezieht sich Deerhunter aus Atlanta auf ihrem sechsten Album nicht auf die derzeitige humanitäre Herausforderung unserer Zeit, aber im Kleinen handelt das Album "Fading Frontier" in vielen Songs von nichts anderem als von dem Gefühl nirgendwo hin- und dazuzugehören.


TOP 3 SONGS: Snakeskin, All the Same, Living my Life ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
85
MELODY GARDOT

Currency Of Man

Jazz ist im Allgemeinen nicht unbedingt mein Ding, es sei denn, es riecht nach Nachtclub und Bar. Melody Gardot begann ihre musikalische Karriere bereits als Jugendliche in eben solchen Etablissements.

Seit ihrem 2008 erschienenen Debütalbum "Worrisome Heart" hat Gardot, die, ziemlich unüblich in diesem Genre, ihre Songs überwiegend selbst schreibt und komponiert, weltweit mehr als drei Millionen Platten verkauft. Dieser Erfolg dürfte in erster Linie darin liegen, dass Gardot mit all ihren Alben bewiesen hat, dass es zwischen Jazz, Folk, Blues und Pop keine Grenzen geben muss.

Die sanfte Dirtyness in ihrer Stimme ist wie immer das prägnante Merkmal, aber die wirkliche Neuentdeckung des Albums ist der Groove und der cineastische Charakter des Albums! 

TOP 3 SONGS: She don't know, Don't Misunderstand, Bad New ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
83
DARWIN DEEZ

Double Down

Es gibt nur wenige Künstler, die man nach den ersten Takten erkennt. Darwin Deez gehört dazu.

Das 2010 erschienene Debüt des Mannes aus New York mit der Hit-Single "Radar Detector" drehte sich damals auf meinem Plattenspieler von früh bis spät, weil es mit seiner unglaublichen Leichtigkeit einfach immer gute Laune beschwor.  Das 2013 erschienene zweite Album "Songs for imaginative People" knüpfte an die Leichtigkeit des Debüts an, glänzte mit vertrackten Arrangements, hatte aber keine wirklichen Hits an Bord. Auf seinem aktuellen Album "Double Down" sind gleich mehrere Hits an Bord! 

TOP 3 SONGS: Last Cigarrette, Lover, Bag of Tricks ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
83
WILCO

Star Wars

Welch freudige Überraschung! Wilco präsentierten im Juli völlig unerwartet und unangekündigt ein neues Album. Das auf dem Cover ein hübsches Kätzchen zierende Werk nennt sich "Star Wars" und ist anfangs nur als Free-Download und mittlerweile auch auf diversen Tonträgern erhältlich. Im Gegensatz zu den letzten Veröffentlichungen zeigt "Star Wars" mehr Mut zur Unfertigkeit und zu lauteren Tönen - eine neue aber auch sehr feine Seite an Wilco! 


TOP 3 SONGS: Random Name Generator,Pickled Ginger, King of You ... LISTEN on Homepage
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82
DAUGHN GIBSON

Carnation

Der Amerikaner Daughn Gibson ist vergleichbar mit Scott Matthew oder John Grant. Er hat eine ähnliche tiefe Stimme wie die beiden und er leidet genauso schön. Auf "Carnation" erfindet Gibson einen elektrifizierten Breitwand-Country-Blues, der in den dunkelsten Bereichen der menschlichen Existenz wühlt. Schaurig schön! 




TOP 3 SONGS: Shine of the Night, Daddy I Cut My Hair, It wants Everything
... LISTEN on Homepage

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81
ARIEL SHARRATT & MATHIAS KOM

Don't believe the Hyperreal

Ariel Sharratt und Mathias Kom sind zwei Fünftel der kanadischen Band The Burning Hell , von der ich bisher noch nie gehört habe. Als Duo gelingt ihnen mit "Don't believe the Hyperreal" ein wunderschönes Album, das klingt als hätten es Lee Hazlewood und Nancy Sinatra am Küchentisch nach einigen Flaschen Wein aufgenommen. Bezaubernd! 



TOP 3 SONGS: What You Want, Fuck the Government - I Love You, The Love That Treats You Right ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
80
JONAS ALASKA

Younger

Passend zu den ersten Nachtfrösten etwas Wärmendes aus Skandinavien. In seiner Heimat Norwegen wurde der Singer/Songwriter Jonas Alaska bereits 2011 als "Best New Act" ausgezeichnet. Deutschland beglückt er in diesem Jahr gleich mit zwei Alben. Dem etwas sanfteren und dem Folk verbundenen "Tonight" und den deutlich poppigerem und auch mal mit kleinen Lärmattacken auffälligen "Younger" - beide sind in diesen Jahrescharts! 


TOP 3 SONGS: Becky, Summer, I'm Sorry ... LISTEN on Homepage
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79
DIE GOLDENEN ZITRONEN
Flogging a Dead Frog

Nach 32 Jahren ziehen Die Goldenen Zitronen einen Strich und stellen eindrucksvoll klar, dass die Band neue Wege geht und auf "Für immer Punk" einen Kehricht gibt. Willkommen in der großartigen Zukunft des politischen Krautrocks!

TOP 3 SONGS: If I were a Sneaker, Crashing Stockmarkets, Businessman 2.2 ... LISTEN on Homepage

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REVIEW
78
ON AND ON

And the Wave has two Sides

Ich weiß nicht, wieso die ehrwürdige Musikpresse dieses Album ignoriert? Weil die Band erst vom Netz und dann von der Fachpresse entdeckt wurde?

Egal, ON AND ON hat die letzten zwei Jahre genutzt, um ihren schon ziemlich perfekten elektronischen IndieDreamPop-Sound vom Debütalbum noch zu verfeinern, obwohl die Band den Verlust zweier Mitglieder zu beklagen hatte und nun nur noch als Trio besteht. Geschafft haben das die verbliebenen Bandmitglieder Nate Eiesland, Alissa Ricci, and Ryne Estwing ganz einfach, indem sie ihre überbrodelten Ideen besser kanalisieren und mehr Raum geben. Es greift also mal wieder das fast immer geltende Prinzip "weniger ist mehr" - obwohl ich die Frickeleien auf dem Debüt auch sehr gelungen fand. 

TOP 3 SONGS: Wait for the Kill, Icon Love, Behind the Gun ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
77
DRENGE

Undertow

Kann man am ehesten PostGrunge oder PostGarage nennen, was die englischen Brüder Rory und Eoin Loveless alias Drenge so im allgemeinen musikalisch verzapfen. Beim Song  "We can do what we want" haben aber wohl eher die Ramones oder die Buzzcocks Pate gestanden. Absolut schnörkelloser PunkRocker, und wunderbar altbacken. Insgesamt stellen sich die Brüder etwas breiter auf als bei ihrem Debüt von 2013 - und das ist gut so. 


TOP 3 SONGS: Running Wild, We can do what we want, The Woods ... LISTEN on Homepage
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REVIEW
76
GRAVEYARD

Innocence & Decadence

Ich mag Schweden und diese langhaarigen Schweden-Rocker mögen mittlerweile auch verdammt viele Menschen, was nicht verwundert, weil Graveyard grundehrlichen Rock machen. Bei Joakim Nilsson (Gitarre, Gesang), Rikard Edlund (Bass), Axel Sjöberg (Schlagzeug) und Jonathan Ramm (Gitarre, Gesang) gibt es keine unnötigen Spielereien oder Soundexperimente, alles geht schnurstracks auf die Zwölf, ganz egal ob die Band gerade im Stoner-, Blues-, Classic-, Prog- oder SeventiesRock-Bereich herum mäandert. 

TOP 3 SONGS: To Much is not Enough, Cause & Defect, The Apple & The Tree ... LISTEN on Homepage

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