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Donnerstag, 10. September 2015

NEW SONGS Vol. 106: GENGAHR ... FOALS ... PAINTED PALMS ... GRISWOLD

GENGAHR / A Dream Outside [LP] ... FOALS /  What Went Down [LP] ... PAINTED PALMS / Horizons [LP] ... GRISWOLD / Glue [EP]

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GENGAHR / A Dream Outside [LP]


Ha, nicht mit mir! Fast wäre mir dieses bereits im Juni veröffentlichte Album durch die Lappen gegangen! Was eine Katastrophe gewesen wäre, denn "A Dream Outside" ist ein grandios wunderbares PsychPop-Werk mit verschrobenen Melodien, das es an Vertracktheit mit Foxygen auf der einen und den Foals auf der anderen Seite aufnehmen kann.



Songs wie "Bathed in Light", "Powder", "She's a Witch", "Trampoline" und "Fill my Gums with Blood" haben allesamt das Zeug dazu, Klassiker des Genres zu werden und auch die anderen Stücke liegen durchweg über Durchschnittsniveau.



Das Quartett aus London legt ein wirklich furioses Debütalbum vor, so dass selbst Alt-J - zu denen sich übrigens auch deutlich Parallelen zeigen - nicht umhinkam, die Band als Support für ihre Europatour zu signen - und auch die Strokes und die Maccabees haben GENGAHR bereits mit auf die Bühne genommen. Fein, fein!

Das Psychedelic-Revial geht weiter und weiter ... nix dagegen!


Gengahr - Bathed In Light on MUZU.TV.

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FOALS /  What Went Down [LP]

Als die FOALS Ende Juni den Titelsong ihres neuen Album veröffentlichten, staunte die Welt über den rauen Sound und die markigen Worte von Mastermind Yannis Philippakis, der versprach, dass man sich auf das bisher härteste Foals-Album freuen könne. Nun es ist nicht ganz so wild und animalisch geworden wie versprochen, aber es ist schon jetzt das erfolgreichste Foals-Album in Großbritannien, wo es sich aus dem Stand auf Platz 1 der Albumcharts gesetzt hat.

ABER es ist ein "klassisches" Foals-Album geworden. Vertrackte Kompositionen mit den typischen Afroklängen ("Birch Tree", "Night Swimmers"), monumentale melancholische Epen ("Give It All", "Albatross", "A Knife in the Ocean"), Balladen ("London Thunder") einer guten Portion Groove ("Lonely Hunter") und nur vereinzelt ungestümen Ausbrüchen ("Mountains At My Gate", "Snake Oil").

Ein gutes Album, aber nach der formidablen Single "What went Down" hatte ich mir deutlich mehr Veränderung versprochen.



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PAINTED PALMS / Horizons [LP]

Wer mal wieder in höchst tanzbaren Synthiklängen aus den 80er schwelgen möchte, dem dürfte das Duo PAINTED PALMS ein Quell der Freude sein. Es blubbert, als wäre The Human League der Fascination-Ära aus dem Tiefschlaf erwacht und das nicht nur auf "Disintegrate", sondern auch auf vielen anderen Songs auf dem soeben erschienenem zweiten Album der Band ("Horizons").

Painted Palms sind die beiden Herren Reese Donohue und Christopher Prudhomme, ansässig in San Fransisco. Die Cousins setzten zwar auf die musikalische Popgeschichte von der britischen Insel, schaffen es aber trotzdem, ihre Stücke zeitgemäß klingen zu lassen, was sicherlich auch daran liegt, dass am Mischpult niemand geringerer als Eric Broucek die Knöpfchen bediente.

Weitere Anspieltipps: "Contact", "Glaciers" und der potentielle Hit "Tracers".


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GRISWOLD / Glue [EP]

GRISWOLD selbst bezeichnet das, was sie machen, als "IndiePopJazzFolkRock from the Woods". Damit konnte ich auf jeden Fall direkt was anfangen und spitzte meine Öhrchen.  Die Umschreibung passt sehr gut, aber als Adjektiv würde ich noch "einschmeichelnder" davor setzen - und das meine ich tatsächlich positiv, sonst hätte ich "einschleimender" geschrieben.

Seit 14 Jahren macht das Sextett aus Augsburg gemeinsam Musik, ohne bisher irgendetwas davon auf einem Tonträger veröffentlicht zu haben. Nun aber scheint es so, als wollen die sechs Musiker
Uwe Lukatsch (voc, g), Michael Jedelhauser (g), Tom Weiß (b), Ursula Weiß (p), André Schindler (d) und Christoph Rick (sax) endlich wissen, was die Welt da draußen von ihrer Melange aus Indie, Pop, Folk und Jazz hält.

"Glue" nennt sich die sechs Lieder umfassende EP, auf der die Band auf Effekte und Primporium verzichtet und fast so klingt als wären die Songs unaufgeblasene Werke von Dan Bejah (Destroyer). Die Kompositionen sind klar strukturiert und verbreiten rundum eine angenehme mollige Wärme, der man sich selbst bei mieser Laune kaum entziehen kann. Besonders angetan hat es mir das sehnsuchtsvolle "Pocketwatch", welches zeigt, dass Sanftmut und kleine feine experimentelle Noise-Attacken sich nicht ausschließen müssen. Sehr schön auch der Tempowechsel, in der als Ballade beginnenden Handclap-Nummer "Flat", die sich dann in einen exzellenten Popsong mit Mitsing-Refrain verwandelt. Und wie fein die Stücke  "Dect" und "Glue" klingen, könnt ihr euch weiter unten ja selbst anhören :-).

Entstanden ist "Glue" in mehreren Etappen, der Großteil wurde in einem zum Studio umfunktionierten Haus in der toskanischen Einöde aufgenommen. Komplettiert wurden die Aufnahmen in einer alten Bauernscheune und im Augsburger Traumraum-Studio.

Ein wirklich sehr reifes zeitloses Album von einer Band, die sich die Zeit genommen hat zu reifen - und reife Früchte schmecken ja bekanntermaßen am besten. "Glue" erscheint am 14. September 2015 bei HometownMusic.

Der seltsame Name „Griswold“ - ich denke ich habe ungefähr 20 mal Grisworld geschrieben, bevor mir auffiel, dass da kein "r" ist -  leitet sich übrigens von der bekannten Kinofamilie rund um den US-Komiker Chevy Chase ab.

P.S: Falls Ihr mal ins Rheinland auf Tour kommt, lasst es mich bitte wissen!


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Kommentare:

  1. Danke für die netten Worte!
    Ganz frisch online: eine Live-Version deines EP-Favoriten
    https://www.youtube.com/watch?v=uLVBDzyY9Ow&feature=youtu.be

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