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Freitag, 13. Dezember 2013

NEW SONGS Vol. 33: WOODEN SHJIPS ... DISCO MOJO CLUB ... LOOM ... SON LUX

WOODEN SHJIPS / Back to Land + Everybody Knows ... DISCO MOJO CLUB / Secret Beyond The Door (EP) ... LOOM / Lice (EP) ... SON LUX / Lost It To Trying

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WOODEN SHJIPS / Back to Land + Everybody Knows

Niemand baut schönere lärmende Gitarrenschleifen als Erik "Ripley" Johnson, dabei ist es völlig egal, ob er diese turmhohen Gebilde als WOODEN SHJIPS oder als Moon Duo aufschichtet. Natürlich bietet Herr Johnson weiterhin 1a-Psychedelic-Space-Rock, aber ich meine, er sei etwas ruhiger geworden und rückt nun doch tatsächlich die Melodien mehr in den Fokus!

Trotzdem gilt wie immer: Mainstream-Hörer und nicht geübte Ohren könnten durch den Genuss von "Back to Land" schwere Nebenwirkungen erleiden: Hörsturz in unbekannte Soundgalaxien; Gedächtnisverlust in der Loop-Hölle; Kopfverletzungen durch brachiale Gitarrenwände.

Das Video zu "Everybody knows" gibt es zur Zeit nur exklusiv beim NME. Der Klick lohnt sich: http://www.nme.com/nme-video/wooden-shjips--everybody-knows/2917567076001


Wooden Shjips - Back To Land from Thrill Jockey Records on Vimeo.


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DISCO MOJO CLUB / Secret Beyond The Door (EP)

Eine feine Mischung aus Dance-Beats und Gitarren bietet die mutmaßlich französische Band DISCO MOJO CLUB auf ihrer EP "Secret Beyond The Door". Mutmaßlich "französisch", weil die Band damit kokettiert, wer sich hinter dem Namen verbirgt und woher sie stammt. So ist die Homepage der Band auf französisch, aber auf der Facebook-Page wird als Heimatort Kansas genannt und folgendes seltsame Statement (ebenfalls auf französisch) abgegeben:

"Niemand kennt die genaue Adresse der Disco Mojo Club. Es ist da, wenn Sie ihn brauchen, er ist notwendig! Er ist ein Ort voller Geheimnisse, Geschichte und Musik. ..."

Also lassen wir der Band einfach ihre Geheimnisse und freuen uns über die Disco-Punk-Gitarren zum Abtanzen - aber WU LYF forever! ;-)





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LOOM / Lice (EP)

Nein, Kurt Cobain ist wirklich tot, aber diese fünfköpfige Frischlingsband aus England rockt sich in bester Grunge-Manier die Seele aus dem Leib, dass es für alle Holzfällerhemdenträger eine wahre Freude sein dürfte. Sänger Tarik Badwan kommt ja auch anscheinend aus einer Familie, die in der musikalischen Früherziehung alles richtig gemacht hat - sein Bruder Faris ist nämlich der Frontmann bei The Horrors.

Leider gibt es die Läuse-EP von LOOM in den deutschen Stores noch nicht, also Augen und vor allem Ohren offen halten, denn wenn das gute Stück bei uns erscheint, kann man zum Läusevertreiben in Zukunft auf Goldgeist verzichten!



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SON LUX / Lost It To Trying

SON LUX  ist das Pseudonym des Sängers und Multiinstrumentalisten Ryan Lott aus Colorado. Seit 2008 macht Lott Musik, die sich zwar hauptsächlich aus elektronischen Mitteln generiert, die man aber trotzdem sehr schwer einem Genre zuordnen kann.

Auf seinem dritten Album "Lanterns" befindet sich auch der mit einem künstlerisch und hochästhetischen Clip präsentierte Song "Lost It To Trying", der erneut ungewohnt Elektronik mit Elementen aus Jazz und Klassik kombiniert.




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Samstag, 7. Dezember 2013

NEW SONGS Vol. 32: LANA DEL REY ... JA, PANIK ... KEATON HENSON ... WARPAINT



LANA DEL REY / Tropico ... JA, PANIK / Libertatia ... KEATON HENSON / 10 AM, Gare du Nord ... WARPAINT / Biggy


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LANA DEL REY / Tropico

Madame DEL REY trifft im Paradies die ganz Großen und generiert sich selbst als zarte Versuchung in einem Kurzfilm auf mehr als 27 Minuten, in dem sie drei neue Songs präsentiert. Der Kunst-Kitsch im Paradies zum Song "Body Electric" verfliegt nach ca. 7 Minuten und Lana mutiert vom keuschen Geschöpf zur an der Stange räkelnden Bitch ("Gods And Monsters").

Nächster Switch nach etwas mehr als 14 Minuten: Ein Altherrenabend in L. A. läuft etwas aus dem Ruder. Ab etwa 20 Minuten singt Lana dann zu warmen weichgezeichneten Bildern die sanfte Ballade "Bel Air". Visuell ist Tropico ein echter Augenschmaus, die neuen Songs sind auch sehr gefällig, bedienen sich aber leider wieder beim gleichen Strickmuster.



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JA, PANIK / Libertatia

Eeeeendlich neuer Stoff meiner deutschsprachigen Lieblingsband! Wie immer mischen JA, PANIK deutsch und englisch zu einem ureigenen Slang. Sind sie somit eigentlich die Enkel vom kürzlich verstorbenen Chris Howland, alias Mr. Pumpernickel?

"Libertatia" (auch als Libertalia bekannt) bezieht sich inhaltlich auf ein Buch des Autors Charles Johnson ("Eine allgemeine Geschichte der Räubereien und Morde der berüchtigtsten Piraten"), in dem ein Kapitän namens Mission 1728 mit seinen Kumpanen die utopische Republik Libertatia gründet, die sich die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf die Fahne schreibt. Die Piraten von Libertatia sehen sich als Hüter der Rechte und Freiheiten aller Völker und als Gegenpol zu den Reichen und Mächtigen.

Ob es diese Republik einst wirklich gab, ist ungeklärt, aber klar ist, dass Ja, Panik, immer auf der Suche nach Werten, die idealen Protagonisten sind, um diese Republik wiederauferstehen zu lassen ;-).

Nach diesen Erläuterungen versteht man auch das etwas verstörende Video mit den Badewannenkapitänen besser, das mich beim ersten Hören doch etwas vom großartigen Song abgelenkt hat. Und wie lange der Herr Spechtl eine ziemlich unbequem ausschauende Position halten kann!

Auf der Homepage der Band gibt es übrigens noch einige Beispiele dafür, was Libertatia für Ja, Panik bedeutet!



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KEATON HENSON / You Don't Know Me

Der Brite KEATON HENSON ist eigentlich gelernter Illustrator, hat sich aber seit 2010 der Musik verschrieben. Seine Songs voller Weltschmerz und Melancholie sind minimalistische Balladen wie "10 AM, Gare du Nord" oder "You", die in ihrer Erhabenheit an Glen Hansard erinnern, aber Herr Henson kann es auch krachen lassen, was er auf seinem Album "Birthdays" beim Song "Kronos" beweist.

Das Album  beeindruckt mit gewaltiger Intensität und Melodien, die von einem guten Händchen für Songwriting zeugen. Fein, fein, fein!






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WARPAINT / Biggy

2010 erschien das formidable zweite Album "The Fool" der kalifornischen vierköpfigen PostPunk-Damenband WARPAINT. Es wird also höchste Zeit für ein neues Lebenszeichen der Damen.

"Biggy" setzt exakt da an, wo die Band aufgehört hat. Zarte nebelverhangene Soundgebilde zu gedämpften Drums, über denen die ätherischen Stimmen von Emily Kokal und Theresa Wayman schweben. Das neue Album, das schlicht den Namen der Band trägt, erscheint am 17.01.2104.



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Freitag, 6. Dezember 2013

NEW SONGS Vol. 31: THE POLYPHONIC SPREE ... THE CALLAS ... REIGNWOLF ... GLEN HANSARD









THE POLYPHONIC SPREE / You Don't Know Me ... THE CALLAS / Disaster + East Beat ... REIGNWOLF / In the Dark ... GLEN HANSARD / Drive all Night (EP)


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THE POLYPHONIC SPREE / You Don't Know Me

Ein ganzes Jahr ist das exzellente und sehr abwechslungsreiche Album "Yes, it's true" des 24-köpfigen Musikerkollektivs aus Dallas schon auf dem amerikanischen Markt, dann erscheint das Album im August bei uns, und ich verpenne es :-(.

Also nicht mehr ganz so "new", aber auf jeden Fall empfehlenswert, weil wer auf abgedrehte Sounds, schräge Chöre, gekonnte Dramaturgie (à la Ramona Falls) und die frühen David Bowie-Alben steht, der sollte mit The Polyphonic Spree seine wahre Freude haben. Schönster Song des Albums, neben "You're Golden", ist die Space-Bläser-Ballade "Bullseye".






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THE CALLAS / Disaster + East Beat

Musik, die sich mit dem Namen "ArtRock" oder dem Etikett "Experimental" schmückt, ist meist sehr schwer verdaulich und manchmal sogar ungenießbar. Aber es gibt immer wieder großartige Ausnahmen, die es lohnenswert machen, sich mit diesem Genre zu beschäftigen. Die nachfolgend vorgestellte NoisePop-Band ist definitiv ein solcher Fall:

THE CALLAS, eine Band aus Griechenland um die Brüder Lakis & Aris Ionas, veröffentlichte vor zwei Jahren das Album "Objekt" und legt nun, mit dem von Jim Sclavunos (Schlagzeuger bei Grinderman)  produzierten Werk  "I am Vertikal" nach - wem der Titel bekannt vorkommt, er ist inspiriert vom gleichnamigen Gedicht der amerikanischen Schriftstellerin Sylvia Plath.

Bei The Callas trifft roher GarageRock auf Pop-Melodien, die sich gerne auch mal hinter psychedelischen Krautrockstrukturen verstecken. Oft dominiert ein druckvoller Bass, wie man es von den Pixies kennt und liebt. Die beiden mit sehr sehenswerten Clips veröffentlichten Songs "Disaster" und "East Beat" lassen sich wunderbar in eine Playlist integrieren, in der sich bereits solche Heroen wie Sonic Youth, The Velvet Underground oder Nick Cave befinden.








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REIGNWOLF / In the Dark

Okay, mit dem Debüt-Album 2013 ist es nichts geworden, aber der gerade veröffentlichte Song "In the Dark" (klar, für das Wolfsrudel keine Neuigkeit) und die Ankündigung, dass REIGNWOLF mit Black Sabbath auf Kanada-Tour geht, nährt die vage Hoffnung, dass es 2014 klappen könnte. Aber vielleicht liebt Jordan Cook ala Reignwolf es auch einfach zu sehr, live zu spielen ;-)

Falls es auch 2014 kein Album gibt, erinnert mich das immer mehr an Billy Idol, der nach seinem Hit-Album "Whiplash Smile" (1986) vier Jahre benötigte, um einen Nachfolger zu veröffentlichen. Das Plattenlabel hatte damals in schierer Verzweiflung T-Shirts an die Mitarbeiter verteilt, auf denen man explizit darum bat, nicht nach dem neuen Album des Herrn Idol gefragt zu werden.

Aber ihr wisst ja, die Hoffnung ...




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GLEN HANSARD / I Drive all Night

Den Bruce Springsteen Song "I Drive all Night", den GLEN HANSARD bereits live einige Male gespielt hat, gibt es nun in epischer Länge (8.37 Minuten) mit drei weiteren unveröffentlichten Songs auf der EP "Drive all Night" käuflich zu erwerben. Bei den Gesangsharmonien wird Glen unterstützt von  Eddie Vedder (Pearl Jam) und Jake Clemons (Neffe des E Street Band-Saxophonist Clarence Clemons).

Leider besitzen die Songs (besonders das ziemlich belanglose "Renata") nicht die große emotionale Wucht und Tiefe, wie man sie von Hensard auf seinen Alben gewohnt ist. Aber der Coversong mit Eddie und "Pennies in the Fountain" dürfen trotzdem nicht in der Sammlung eines Fans fehlen und außerdem geht der gesamt Erlös der digitalen Veröffentlichung an eine gemeinnützige Stiftung für Kinder ("Little Kids Rock") - also eine perfekte Publikation für das Weihnachtsgeschäft.

Mit dem Cover ist aber was daneben gegangen oder warum erinnert mich es an "The Walking Dead"?