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Sonntag, 18. Februar 2018

QUICK & DIRTY: CAR SEAT HEADREST / Twin Fantasy

Published: 02.11.2017 / 16.02.2018
Label: Matador
Genre: IndieRock
Country: 
Leesburg, Virginia, United States



Members:
Will Toledo, Ethan Ives, Andrew Katz, Seth Dalby

Wenn ich das vorher gewusst hätte! Meine Mutter hat immer gesagt, Aufgewärmtes schmeckt nicht, deswegen galt immer Finger weg von Exen und auch meinen Töchtern hab ich diesen Ratschlag weitergegeben. Aber Bullshit!

Das schlaue Köpfchen Will Toledo schert sich jedenfalls keinen Deut um diese angebliche Weisheit - vielleicht kennt er den Spruch ja auch gar nicht und musste sich nach der Schule immer selber Essen aufwärmen - er überarbeitet sein bereits 2011 erschienenes sechstes Studioalbum und macht mit dem Zusatz (Face To Face) daraus seinen elften Longplayer.



Und dieses aufgewärmte Album ist ein Gedicht! 2011 hatte der damals neunzehnjährige Toledo noch nicht die Möglichkeiten und auch nicht die Erfahrung, um aus "Twin Fantasy" ein krachendes IndieRock Meisterwerk zu machen. 2018 zeigt er nun eindrucksvoll, mit seinem zur echten Band gewachsenen einstigen Soloprojekt CAR SEAT HEADREST was er in den letzten und zu letzt auch sehr erfolgreichen Jahren gelernt hat.

Keinem der zehn Songs hat der Facelift geschadet, was nicht bedeutet, dass die Lofi-Versionen von 2011 keinen Charm besitzen. Ganz besonders gelungen ist der Refresh bei "Sober to Death", "Nervous Young Inhumans" und "Bodys". Letzteres marschiert nun auch in der neuen Version in die Indie-Disco.



Während man auf der Doppel-LP nur die neuen Versionen erhält, gibt es auf der Doppel-CD jeweils die alte und neue Version der Songs.

Tracklist:
01 My Boy (Twin Fantasy)
02 Beach Life-In-Death
03 Stop Smoking (We Love You)
04 Sober to Death
05 Nervous Young Inhumans
06 Bodys
07 Cute Thing
08 High to Death
09 Famous Prophets (Stars)
10 Twin Fantasy (Those Boys)

Freitag, 16. Februar 2018

EZRA FURMAN / Transangelic Exodus [Review]

Ezra ist ein umtriebiges Kerlchen. Seit 2007 hat er insgesamt 7 Alben veröffentlicht. Drei Alben mit seiner Begleitband The Harpoons, zwei weitere mit den Boyfriends und zwei wurden als echte Solo-Alben veröffentlicht. Aber eigentlich ist es egal, was auf dem Cover steht, Ezra Furman and the Harpoons, Ezra Furman & The Boyfriends oder nur EZRA FURMAN, denn Ezra steht für ausgefallene Popmusik mit ungewöhnlichen Melodien und extravaganten Arrangements.


Nachdem ihm 2015 mit seiner Begleitband The Boyfriends und dem Album "Perpetual Motion People" der kommerzielle Durchbruch gelang und er damit in allen wichtigen Jahrescharts 2015 vertreten war, hat sich Ezra nun wieder entschlossen, ein Album ohne Band einzuspielen. "Transangelic Exodus" ist somit sein zweites echtes Solo-Album.

Für Vinylhörer, bevor er ins Detail geht, erst der Hinweis, dass am Ende des Album-Openers "Suck the Blood from My Wound" mit der Nadel an eurem Dreher alles in Ordnung ist. Herr Furman hat sich da am Ende des Songs echt einen üblen Scherz erlaubt, der mir den Puls kurzzeitig in den dreistelligen Bereich katapultierte. Ansonsten gilt für das Stück: sehr schöner Titel, seltsamer Sound und die Vermutung, dass Ezra wieder seine alten Meat Loaf-Scheiben auf 45 Umdrehungen abgespielt hat :-)



Im Vergleich zum melodiösen Vorgängeralbum fokussiert Ezra auf "Transangelic Exodus"mehr auf die Arrangements und sucht nach neuen Soundexperimenten. Theoretisch kann man Ezra z. B. bei "Driving Down to L.A" sogar Indietronic unterstellen, denn es knarzt und schlurft, wie man es sonst nur von The Notwist-Alben gewohnt ist!



Und die Grundstimmung ist deutlich düsterer und stellenweise sogar beklemmend auf "Transangelic Exodus"! Es war kein ruheloses Jahr, sondern dunkle Monate unter Trump, die Ezra nun musikalisch aufarbeitet und so eine derzeitiges Stimmungsbild des liberalen Amerikas aufzeigt. Deswegen findet man als Zutaten auch nur noch sehr versteckt das fröhliche Saxophon, sondern ein tief brummendes omnipräsentes Cello und Soundeffekte wie aus einem Horrorfilm. Der panische Blick in den Rückspiegel auf dem Cover-Artwork ist keinesfalls zufällig gewählt.



Wie Ezra in einigen Interviews verlauten lies, verrät der seltsame Albumtitel "Transangelic Exodus" das Thema, um das sich sein neuestes Werk dreht. Der Held - Ezra oder der sich in Ezra wiederfindende Hörer - ist verliebt in einen Engel. Problem: Engel sind illegal und werden vom Staat gejagt, weswegen eine Flucht in hanebüchener Road-Movie-Manier umumgänglich ist. Ezra hält die naheliegende Bezeichnung Konzeptalbum aber für unpassend und spricht eher von einer Art Roman.

Hat man sich die 13 neuen Songs am Stück angehört und bleibt im Bild eines literarischen Werkes, dann kann man deutlich feststellen, dass sich Ezra inhaltlich mit seinem neuen Werk von artverwandten Künstlern wie den Lemon Twigs oder David Bowie entfernt und schnurstracks in Richtung William S. Burroughs marschiert.

Der einstige schüchterne jüdische bisexuelle "Außenseiter" ist auf dem besten Weg im Zeichen des Rock 'n' Roll alle Scheu abzulegen und auch in seiner Musik über alle Grenzen hinwegzugehen.

Tracklist:
01 Suck the Blood from My Wound
02 Driving Down to L.A
03 God Lifts Up the Lowly
04 No Place
05 The Great Unknown
06 Compulsive Liar
07 Maraschino-Red Dress $8.99 at Goodwill
08 From a Beach House
09 Love You So Bad
10 Come Here Get Away From Me
11 Peel My Orange Every Morning
12 Psalm 151
13 I Lost My Innocence





Donnerstag, 15. Februar 2018

FRANKIE COSMOS Made My Day! Being Alive!



 

FRANKIE COSMOS
Homepage: http://frankiecosmosband.com/
From: N. Y. City, U.S.A.


Heute (15.2) ist Greta Kline in Berlin! Wer die Chance hat die unter dem Künstlernamen FRANKIE COSMOS mit drei Mitstreitern auftretende Greta live zu erleben, sollte sie nutzen und sich den spleenigen oft aber auch fragilen IndieFolkPop der Tochter berühmter Eltern unbedingt zu Gemüte führen. Ick wäre heute gerne ein Berliner :-(. Am 30. März erscheint das 18 (!) Songs umfassende neue Album "Vessel"! MADE MY DAY!