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Freitag, 17. Februar 2017

QUICK & DIRTY: BILDERBUCH / Magic Life

Published: 17.02.2017
Label: Topshelf Records
Genre: German HipHop, ArtPop, CrossoverPop
Country: Wien, Österreich


Members:
Maurice Ernst (Gesang, Gitarre), Michael Krammer (Gitarre), Peter Horazdovsky (Bass), Philipp Scheibl (Schlagzeug)


Das dritte Album der Österreicher "Schick Schock" (2015) war verdammt gut, aber meines Erachtens noch nicht durchgängig auf allerhöchstem Niveau. "Magic Life" gefällt mir besser! Sänger Maurice Ernst klingt noch nuscheliger, sodass man stellenweise schon genau hinhören muss, um seine wieder ziemlich exzellenten Texte verstehen zu können und selbst die kurzen gimmickartigen Songs sind keine Pausenfüller.

Es scheint also so, als hätten Maurice, Michael, Peter und Philipp den magischen Trank für intelligente und irgendwie auch neuartige Popmusik gefunden. In die HipHop-Schublade passen die vier mit ihrer Musik schon lange nicht mehr, mit dem neuen Album erreichen sie nun den Status, dass für die Österreicher eine neue Schublade gezimmert werden muss.

Schon der erste vorab veröffentlichte Song des Albums brach mit allem, was die Fans von BILDERBUCH eigentlich hören wollen, nämlich Musik zum hemmungslosen Abfeiern. Ganz im Gegenteil dazu war und ist "Sweetlove" eine Ballade, bei der die Gitarrenparts sicher nicht unabsichtlich an den verstorbenen Prince erinnern - zum Beweis versucht sich Maurice auch noch an der hohen Kopfstimme, die der Verstorbene so unnachahmlich einsetzen konnte.

Entwickeln sich die beiden Ösis etwa zu einem Traumpaar, wie es Morrissey und Johnny Marr waren? Ja wirklich, es wimmelt auf "Magic Life" geradezu von Gitarrenparts!



Aber Menschen, die durch Gitarren verschreckt werden, müssen sich keine allzu große Sorgen machen, denn die Party-Boys aus Wien bieten so viele Facetten, dass eigentlich ALLE mit dem Album glücklich werden müssten! Was irgendwie negativ klingt, aber überhaupt nicht so gemeint ist.



Beispiele gefällig? ALLE, die auf verschleppte Dope-Beats und elektronische Sounds stehen und auch dem Funk, wie in Funkadelic einst zelebrierten, nicht abgeneigt sind, müssen "I <3 Stress" lieben. Für Musikfreunde mit jüngerem Baujahr darf man Kendrick Lamar natürlich auch als Referenz anführen. ALLE, die den Partymonster-Song vermissen, sind mit "Bungalow" wieder versöhnt. ALLE, die es gerne klackern und klicken hören und bei denen fette Beats aus den Lausprechern kriechen müssen, dürften mit "Sprit n' Soda" sich und ihre Bassmembran glücklich machen. Die Gitarrenwixerei passt auch sehr gut dazu.



Der Titel mit dem längsten Namen "Erzähl Deinen Mädels Ich Bin Wieder In Der Stadt" wird alte Männer und nicht mehr ganz junge Frauen an die NDW , Falco und Spliff  denken und in Nostalgie versinken lassen - auch wenn die Sounds zeitgemäß sind. Wer die plumperen Sachen von Deichkind mag und den Sexzwerg aus Minneapolis vermisst, ist mit "SUPERFUNKYPARTYTIME" volltotalhappy.



Dann wäre da noch der Song "Investment 7", die Fortsetzung von "Gigolo", der die melancholische Seite des "Magic Life" beleuchtet - also was für Trauerklößchen, aber auch für ALLE, die kleine Raffinessen in einer Komposition zu schätzen wissen. Der dem Album den Namen gebende Song erfreut ALLE, die James Blake und das letzte Bon Iver-Album im Regal stehen haben und "Baba" ist der Konsensknaller, der wohl ALLEN gefällt. Zu guter Letzt werden noch die Freunde der Rhythmik mit "sneakers4free" bedient, bei dem Maurice das Nuscheln wirklich fast bleiben lässt. The "Magic Life" glitters and sparkles brightly - for everyone!

Tracklist:
01 Carpe/Diem
02  I <3 Stress
03 Sweetlove
04 Baba 2
05 Bungalow
06 Sprit n' Soda
07 Erzähl Deinen Mädels Ich Bin Wieder In Der Stadt
08 SUPERFUNKYPARTYTIME
09 Investment 7
10 Magic Life
11 Baba
12 sneakers4free
13 Babylon

Mittwoch, 15. Februar 2017

NEW SONGS Vol. 147: HARLEA / You Don't Get It ... THE ROUTES / Perfect Hell + No Permanence ... LOVE A / Nichts ist leicht ... NIKOLAUS WOLF / Snow Covered Fields


HARLEA / You Don't Get It

Ich verliebe mich ja gerne kurzfristig in Frauen im Rockbusiness - meine treuen Konzertbegleiter können davon ein Liedchen singen. Das ist natürlich nicht die einzige wahre Liebe, die habe ich schon seit Langem gefunden, aber schon so etwas wie Schmetterlinge im Bauch. Wahrscheinlich liegt es an der Kombination Gitarre + Frau +Stimme, die mich immer wieder derart fasziniert.

Die 24-jährige Britin HARLEA hat mein Herzlein auf jeden Fall sofort in Flammen gesetzt. Was für eine große Soulstimme! Sie klingt wie eine gefährliche Mischung aus Joyce „Baby Jean“ Kennedy, Joss Stone und Alison Mosshart! Was für wunderbar schmutzige und pulsierende Blues-Grooves! Ja, das visuelle Erscheinungsbild der in Birmigham geborenen und in Nordlondon aufgewachsenen Rockmaid ist auch nicht von schlechten Eltern. Will mehr!




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THE ROUTES / Perfect Hell + No Permanence

THE ROUTES klingen, laut Pressetext, auf jedem Album irgendwie anders: Das Debütalbum "Left My Mind" war stark von R&B beeinflusst, "Alligator" setzte auf verspielten US-Garage und 2016 setzten sie bei "Skeletons" auf eine Prise Punk.

Soweit der Pressetext. Tatsache ist, dass die Jungs immer einen Sound generieren, der nach den UK-Sixties klingt und mit Stomp'n'Grind, GarageRock, GaragePunk, Surf und Rhythm & Blues spielt.

Die ersten beiden Vorboten, aus dem am 17. März erscheinenden Album "In This Perfect Hell", sprechen dafür, dass sich das Trio aus Hita (Japan) dieses Mal auch psychedelische Ausflüge erlaubt. Es lebe das Fuzz-Pedal!




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LOVE A / Nichts ist leicht

Man muss sich noch bis zum 12. Mai gedulden, bis das neue Album "Nichts ist neu" von LOVE A erscheint.

Das ist nicht leicht, aber was ist das heutzutage schon noch leicht? Die Vorabveröffentlichung des German PostPunk-Quartetts geht sogar so weit zu behaupten "Nichts ist leicht"!

Es ist auch nichts Neues, was uns Herr Merchenbier, Herr Weyer, Herr Mercier und Herr Brausch servieren. Es ist, was es ist, ideale Musik um Ballast abzuwerfen und die blank liegenden Nerven zu beruhigen.

Und ich hoffe - ich hoffe auch im Sinne der Band - dass in Amerika sich auch nicht so viel ändert. Es können sich nämlich auch Dinge in die falsche Richtung ändern ;-(. F*** TRUMP!




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NIKOLAUS WOLF / Snow Covered Fields

NIKOLAUS WOLF heißt eigentlich Michi Rieder. Der aus Inzell in Bayern stammende Singer & Songwriter findet aber dass es sich unter dem Namen seines Uropas besser Musik machen lässt. Googlekompatibel ist der Name wahrlich nicht, aber vielleicht trägt deswegen seine vier Songs enthaltente Debüt-EP den seltsamen Namen "Roekki Zimt".

Der sich selbst als etwas verrückt bezeichnete Bayer macht Folkmusik die Schnittstellen zu BritPop aufweist und klingt als wäre sie im Amerika der glorreichen Sechziger entstanden - klanglich merkt man allerdings schon, dass Herr Wolf auf der Höhe der Zeit ist!




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Montag, 13. Februar 2017

NEW SONGS Vol. 146: DIE LIEFERANTEN / Alleine von Alleine ... SARAH BEATTY / Bandit Queen ... BEATY HEART / Glazed ... DOPE LEMON / Honey Bones



DIE LIEFERANTEN / Alleine von Alleine

Die Sterne feiern dieses Jahr großes fünfundzwanigjähriges Jubiläum mit einem Sampler, über den es hier schon mehr zu lesen gab und der mein Herz für die Hanseaten wieder erwärmt hat. Ganz in der Tradition der Jubilare kling eine neue blutjunge vierköpfige Band (Moritz Gesang und Gitarre, Jonas am Piano, Aaron am Bass und Lukas am Schlagzeug) aus Münster, die sich DIE LIEFERANTEN nennt.

Besonders der Song "Alleine von Alleine" hat durch seine funky Guitar ordnetlich Schmackes und gefällt mir auf der am 25. Januar erschienenen EP "Eine Frage der Begeisterung" am besten. Die Band hat den Funk! Was die ebenso auf der EP befindlichen Songs "Optikknick" und "Eine Frage der Zeit" noch unterstreichen.

Die Balladen ("Verschwommen", "Das was keinen Namen braucht -Teil 2") sind nicht so mein Fall, aber wer auf AnnenMayKantereit steht, was ja nicht wenige sind, wird damit gut klar kommen, denn die Stimme von Sänger Moritz bewegt sich in einer ähnlichen Stimme wie bei den Kölnern. Der cleverste Song ist auf jeden Fall "Pauken & Trompeten", bei dem sich die Münsteraner austoben und im Jam über einige Hürden springen und zeigen, dass da schon noch mehr zu erwarten ist von der Band, die im Durchschnittsalter gerade mal bei 23 liegt.




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SARAH BEATTY / Bandit Queen

"Bandit Queen" ist der Titeltracks des in Kürze erscheinenden dritten Albums der Kanadierin SARAH BEATTY.

Beatty macht Folk in klassischer Singer/Songwriter-Manier und widmet sich auf ihrem neuen Album konzeptionell verschiedenen mystischen Erzählungen.

So handelt der Titelsong "Bandit Queen", der ganz reduziert mit einer akustischen Gitarre und Sarahs rauchiger Stimme vorgetragen wird von einer Räuberbraut, namens Belle Star, die in den Zeiten des Wilden Westens zur Banditenkönigin aufstieg. Zuhören lohnt sich also auf jeden Fall - nicht nur wegen der außergewöhnlichen Stimme;-).





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BEATY HEART / Glazed

Glaube nicht, dass ich bei "Glazed" irgendwann erkannt hätte, dass da eine Band musiziert, die ich bereits live erleben durfte und die mir damals ausgesprochen gut gefiel, denn der Sound von BEATY HEART aus London hat sich seit 2014 deutlich in eine andere Richtung entwickelt.

War damals noch die Rhythmik das alles bestimmende Element der Band, ist nun zumindest bei dieser Singleauskopplung aus dem 2016er Album "Till The Tomb" eindeutig die Melodie und die Stimme  in den Vordergrund gerückt. Klingt ein bisschen wie ein vom Wild Beasts-Sänger Hayden Thorpe vorgetragene Nummer von Moderat - mir gefällts ;-)




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DOPE LEMON / Honey Bones

Im Dezember 2016, kurz vor Weihnachten, veröffentlicht und mir völlig durch die Lappen gegangen, ist ein feines Projekt vom australischen Singer/Songwriter Angus Stone in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Rohin Brown.

Die beiden nennen sich DOPE LEMON und machen genau die Art von Musik, die man bei dem Bandnamen erwartet: Orientalisch angehauchter, mantraartiger, bekiffter psychedelischer Rock zum Abhängen. Maria Juana lass uns nach Indien reisen!





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