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Samstag, 27. Mai 2017

NIKKI LANE live im Blue Shell [Cologne, 25.05.2017]

Location: Blue Shell, Köln
Date: 25.05.2017
Support:  Ruby Boots

 

Do you believe in Country? Fragte man mich vor zwanzig Jahren, welche Musik ich höre, dann war meine Antwort immer: "ALLES außer Reggae und Country". Nun, "The Times They Are A-Changin'" und so wächst die Sparte Country in meiner Plattensammlung stetig und rasant. Heute würde die Antwort lauten: ALLES außer Schlager und diesen ganzen schlimmen deutschen Schablonen-Befindlichkeitspop.

Eine, die großen Anteil daran hat, dass durch die Countrymusik ein frischer Wind weht und sich mein Herz für Country immer mehr erwärmt, ist die in South Carolina als Nicole Lane Frady geborene NIKKI LANE. Zwar orientiert sich Nikki stark am Outlaw-Country, aber die "Highway Queen" interpretiert diesen auf ihre eigene Art, indem sie Blues- und auch GarageRock-Elemente leichtfüssig in ihr Songwriting integriert.

Bereits im Mai des letzten Jahres gab Nikki, allerdings nicht mit ihrer richtigen Band, im Studio 672 ein famoses Konzert. Logisch, dass seitdem die Fühler ausgestreckt sind, wenn das böse Countrygirl auf Tour geht und wir unsere Tickets längst in der Tasche hatten, als wir an diesem sommerlichen Abend am Blue Shell eintreffen.

War ich beim letzten Konzert noch nicht ganz mit Nikkis Reportoire vertraut, so habe ich in der Zwischenzeit diese Lücke längst geschlossen und freue mich heute auch darauf, dass Nikki vielleicht ein paar Songs aus ihrem Debütalbum "Walk Of Shame" spielt. "Blue Star in the Sky"? "Lies"?

Das Blue Shell scheint nicht ganz ausverkauft, aber gut gefüllt und Prominenz ist auch da, denn an der Theke bekomme ich mit, wie Eric Pfeil erläutert, dass er so seine Probleme mit Elvis Costello hat - geht mir übrigens auch so.

Nikki steht bereits am Merchandise-Stand, an dem es zu unserem großen Entsetzen kein Vinyl gibt! Man kann zwar portofrei bei Nikki die neue LP "Highway Queen" bestellen, aber ich brauche doch noch das Debütalbum auf Vinyl und meinem treuen Konzertbegleiter C. fehlt noch "All Or Nothin" in seiner Sammlung! Wo sich Nikki gerade so publikumsnah gibt, packe ich die Gelegenheit beim Schopfe und kläre zwei wichtige Dinge mit Nikki.



Erstens, "What happend in Las Vegas"! Ich höre eine zentnerlast vom Herzen meines treuen Konzertbegleiters plumsen, als Nikki beteuert, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, es war nur ein großer Spaß. Die Outlaw-Queen ist also weiterhin ungebunden - Ring am Finger Fehlanzeige!

Z
weitens, "Wo sind die sagenhaft teuren aber sehr süßen Skull-Panties vom letzten Konzert?" . Dass die unverwüstliche V. heute leider nicht dabei sein kann, hofft sie, dass der damalige Preis von 30$ gesunken ist und wir ihr eine Unterbuchse erstehen können. Aber da hat V. Pech gehabt, denn wie Nikki mir mitteilt, sind die rasanten von Nikki selbst designten Höschen restlos ausverkauft. Tja V. Chance vertan.

Punkt 21 Uhr beginnt das Konzert mit RUBY BOOTS aus Australien (Perth) - mittlerweile aber wie Nikki in Nashville zuhause - die den Support für Miss Lane bestreitet.

Die rothaarige Australierin, bürgerlich Bex Chilcott, ist mir bisher unbekannt, aber der etwas traditionelle Country, den Ruby alleine, nur mit ihrer Gitarre bewaffnet spielt, ist gefällig. Außerdem verfügt sie über eine wirklich kräftige und schön rauchige Stimme, die sich bei einigen Songs fast überschlägt.

Als dann beim zweiten Stück Nikki auf die Bühne kommt und die beiden Ladies einen Song vortragen, den sie zussammengeschrieben haben, ist klar, dass die beiden wohl auch eine Freundschaft verbindet. Macht Spaß! Der Gig dauert knapp 40 Minuten, dann kurze Pause, Bierchen holen, eine quarzen und fertig machen für die Königin.

Ihre Hoheit betritt mit drei Herren, zwei Gitarristen und einem Schlagzeuger (ohne Hut!) die Bühne. Auf ihrer Gitarre steht "Highway Queen" und damit eröffnet sie folgerichtig das Konzert. Vor mit steht ein weißhaariger Riese mit Cowboyhut und Lacoste-T-Shirt. Wir sind uns alle drei sicher, dass dies der Herr ist, der beim Konzert im Stadtgarten sich all zu prominent mit dem Barhocker platzierte und mit seinem Verhalten dafür sorgte, dass meine Frau ihn nicht vergisst ;-).

Als sich dann aber ein Lücke auftut bin ich ganz nah dran an Nikki, lausche erst den "700. 000 Rednecks" und schmelze dann bei "You Can't Talk To Me" dahin. Wie zu erwarten, ist Nikki mit Bandbegleitung deutlich druckvoller, was sich im Vergleich zum letzten Konzert besonders beim nach "Send The Sun" und "Loves On Fire" (Duett mit ihrem Gitarristen) gespielten Männer-Arschtritt-Song "Man up" bemerkbar macht.



Überhaupt legt Nikki noch ein Schippe drauf! Heute gibt es keine Längen, die Songs sitzen, auch wenn der ein oder andere Akkord verschollen scheint ;-). Das Publikum wird bestens entertaint! Nikki ist auch auf der Bühne keine Spur unnahbar oder blasiert, sondern authentisch, leidenschaftlich und wie immer sehr gesprächig, So erfahren wir, dass sie gerne auch mal am Weed zieht und in Deutschland zum ersten Mal mit einem Gemüse in Berührung gekommen ist, welches sie nun am liebsten zum Frühstück, zum Mittag- und zum Abendessen verspeist. Spargel zum Frühstück? Warum nicht!

"Gone Gone Gone" ist der erste Song von ihrem Debütalbum, den sie heute Abend spielt und meine Zuversicht auf "Blue Star" verstärkt sich. Es folgt "Companion" vom aktuellen Album und dann "Waymore's Blues", eine erdige Coverversion von Waylon Jennings.

Dann verlässt die Band die Bühne und es gibt Nikki pur. Als sie nach einem Wunschsong fragt, nutze ich die Chance und rufe "Blue Star". Ich bekomme was mein Herz begehrt! Nikki singt eine hinreißende Acapella-Version für mich und ich alter Schurke bekomme tatsächlich weiche Knie - gut, dass mich meine Frau immer wieder erdet ;-)

Irgenwie kommt die Band zurück auf die Bühne während ich noch auf Wolke 7 schwebe und es folgen das rockige "Big Mouth", das groovige "All Or Nothing" und als angekündigt letzter Song das tieftraurige "Forever Last Forever". Diese drei Songs bilden perfekt das Spektrum ab, welches den Nikki Lane-Kosmos bildet. Der sich mit einfachen Worten auch so umschreiben lässt: feiern, schimpfen, trauern, lieben - Reihenfolge irrelvant.

Natürlich gibt es eine Zugabe. Ruby ist zurück auf der Bühne und gemeinsam singen die Ladies mit der Band "Wrap Me In A Fever" von Rubys Debütalbum.



Wahrlich heute hier zu sein ist the "Right Time", es ist zwar noch nicht 2 Uhr und wir sitzen nicht an der Bar, aber wie singt Nikki im besagten Song so richtig: "Any day or night time. It's always the right time. It's always the right time to do the wrong thing". Völlig falsch wäre es aber den heutigen Abend als Fehler zu bezeichnen. Tut mir leid unverwüstliche V., aber heute gibt es keinen besseren Ort auf der Welt als das Blue Shell ;-)

Mit dem euphorischen "Jackpot", bei dem das Konzert jetzt eigentlich als Party deklariert werden darf und ich mit einem Konzertbesucher, der aussieht wie Mac DeMarco, aber ohne Zahnlücke, den Refrain lauthals mitsinge, heizt Nikki dem Publikum weiter ein.

Den Schlusspunkt des Abends bilden - wenn die abfotografierte Setlist stimmt, auf unsere Erinnerung können wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verlassen - mit "Why You've Been Gone So Long" und "You Ain't Going Nowhere" zwei Coverversionen. Danke Nikki und auf jeden Fall bis zum nächsten Mal - Spargelsaison ist ja immer einmal im Jahr!

Nachtrag: Wer das Cover von ihrem Debütalbum kennt, wird sich schon oft die Frage gestellt haben ob da bei der Augenfarbe Photoshop mitgeholfen hat. Auch diese Frage wurde heute Abend geklärt! Die Antwort ist nein und Nikki trägt auch keine Kontaktlinsen.


SETLIST:
Highway Queen
700k
You Can't Talk To Me
Man Up
Send The Sun
Loves On Fire
Gone Gone Gone
Companion
Waymore's Blues
Blue Star in the Sky
(Nikki Solo, Acapella Version)
Big Mouth
All Or Nothing
Forever Last Forever
Wrap Me In A Fever
(Ruby Boots)
Right time
Jackpot
Why You've Been Gone So Long
(Joe Fletcher?) 
You Ain't Going Nowhere (Bob Dylan)



Montag, 22. Mai 2017

QUICK & DIRTY: COLTER WALL / Colter Wall

Published: 11.05.2017
Label: Young Mary's Record Co.
Genre: Country, Americana, Folk, Blues
Country: Saskatchewan, Kanada



Members: Colter Wall

Wahrscheinlich wird keine einzige Review über das Debüt-Album des Kanadiers COLTER WALL ohne einen Vergleich mit dem einflussreichsten US-amerikanischen Country-Sänger aller Zeiten auskommen.

Das rührt erstens daher, dass Wall's Stimme, wie die des Mannes in schwarz, ein sehr markanter Bassbariton ist und zweitens, dass der Kanadier mit Sicherheit die Alben der "American-Recordings"-Serie des Songwriters aus Arkansas genauso sehr schätzt, wie jeder, für den Musik mehr ist als ein Konsumgut für zwischendurch. Drittens ist Colter Wall ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Wall ist in den weiten Prärielandschaften von Saskatchewan aufgewachsen, lebt aber seit geraumer Zeit in Kentucky, wo er immer wieder auf Menschen trifft, die gar nicht glauben wollen, dass ein Kanadier die amerikanische Countrymusik so verinnerlichen kann. Aber wenn man darüber nachdenkt, passt diese tieftraurige handgemachte und ursprüngliche Musik doch perfekt zur landschaftlichen ursprünglichen Weite, die seine Heimatprovinz auszeichnet.



Bereits 2015 veröffentlichte Wall die EP "Imaginary Appalachia", die ihm schnell dazu verhalf, zu einem der Hoffnungsträger im Country-Genre zu werden. Zwei Jahre musste die Country-Musik-Gemeinde warten, bis Wall nun endlich seinen ersten, schlicht "Colter Wall" betitelten Longplayer der hungernden Meute darreicht.



Das Warten hat sich gelohnt, denn Colter Wall widersteht der Versuchung zu viel zu wollen und serviert puren (neo-)traditionellen Country. Das gelingt verzüglich, weil Wall die Fähigkeit hat, wie Johnny Cash, Merle Haggard oder auch Steve Earl die Seele des Zuhörers mit seinen Songs zu berühren - nicht nur durch die Musik, sondern auch durch die Geschichten, die er mit seinen Liedern erzählt. Um ein ganz Großer des Genres zu werden, muss er es nur noch etwas stärker schaffen, seine Geschichten von den typischen Countrythematiken zu lösen - als Anschauungsbeispiel könnte man ihm die Texte von Father John Misty an die Hand geben.


Beste Songs:
"Kate McCannon": Die etwas andere Mörderballade. Wall führt ein fiktives Gespräch mit einem Raben, der sich als Mörder eines hübschen Mädchens outet.



"Transcendent Ramblin' Railroad Blues": Einer der schönsten On-The-Road-Songs aller Zeiten und ein hervorgander Neuzugang für Raucher, die über eine Tobacco-Songs-Playlist verfügen ;-)

"Fraulein": Wir wissen nicht ob Colter Wall tatsächlich Verbindungen ins schöne Rheinland hat, aber selbstverständlich kann es sich bei dem Fräulein, welches er besingt, nur um ein kölsches Mädchen handeln. Die Dame, die sich angesprochen fühlt und nachts, wenn sie in die Sterne schaut an einen bärtigen jungen Mann hinter dem großen Teich denkt, möge sich bitte melden.

Übrigens, nicht vom großartigen Cover reinlegen lassen! Wall ist kein alter Country-Haudeken, sondern mit seinen 21 Jahren gerade soeben dem Stimmbruch und Teenageralter entsprungen. Je nach Whiskey und Tobacco-Genuss wächst da ein neuer Leonard Cohen heran!


Tracklist:
01 Thirteen Silver Dollars
02 Codeine Dream
03 Me and Big Dave
04 Motorcycle
05 Kate McCannon
06 W.B.'s Talkin
07 Snake Mountain Blues
08 You Look to Yours
09 Transcendent Ramblin' Railroad Blues
10 Fraulein
11 Bald Butte

Freitag, 19. Mai 2017

THE NAKED TUNGS Made My Day! Valium + Vodka!

 

THE NAKED TUNGS
Homepage: thenakedtungs.com
From: Austin, Texas / USA


Aus Austin in Texas kommt, die 2017 gegründete, vierköpfige Band THE NAKED TUNGS, die heute ihre erste, fünf Songs starke, EP "Hear It Calls" veröffentlichen wird. Vom ersten Ton an hatte mich die Vorabveröffentlichung "Valium + Vodka" mit ihren schmutzigen Gitarren, dem rumpelnden Schlagzeug und dem lakonischen Gesang von Sarah Ronan überzeugt. Auf der EP, die ich mir bereits anhören durfte sind weitere feine Stücke, besonders das schnodrige "Someone Else" mit seinen exzellenten Gitarrenparts macht viel Spaß!


Die Band, die sich als Motto "DIY" auf die Fahne geschrieben hat - also bis zum Marketing alles in eigener Regie erledigt - besteht aus Hersh Cohen (Guitar, Vox) und Sarah Ronan (Guitar, Vox), Cooley Curzel (Bass) und Riley Corcoran am Schlagzeug. Getreu dem Motto wurde die EP in nur 3 Tagen aufgenommen und man bastelt bereits am ersten Longplayer.
MADE MY DAY!

 

Mittwoch, 17. Mai 2017

NEW SONGS Vol. 156: DAN AUERBACH / King Of A One Horse Town ... SIR SLY / High ... ANNABEL ALLUM / Eat Greens ... LAUREN RUTH WARD / Blue Collar Sex Kitten


DAN AUERBACH / King Of A One Horse Town

Am 2. Juni erscheint das Soloalbum "Waiting On A Song" vom Black Keys-Mitglied DAN AUERBACH.

Im amerikanischen Rolling Stone Magazin erklärt Auerbach, dass es bei dem Song "King Of A One Horse Town" um Menschen geht die Angst vor der Außenwelt haben und nennt scherzhaft (oder etwa nicht?), Drogenhändler, Betrunkene und Professoren als Beispielexemplare dieses Typus.

Der sympathische äußerst relaxt wirkende langhaarige Herr im Videoclip, der in High Noon-Manier durch die Stadt streift, lässt sich aber nur schwer einem der drei Fallbeispiele zuordnen. Mir ist sowohl der Herr als auch der beschwingt melancholische Song sehr sympathisch.




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SIR SLY / High

Rhythmischer, leicht elektrifizierter IndiePop mit ausgeprägten Mitsing-Refrains steht im Mittelpunkt bei der aus Los Angeles stammenden Band SIR SLY.

Das 2012 gegründete Trio besteht aus Sänger Landon Jacobs, Jason Suwito und Hayden Coplen und veröffentlichte 2014  mit "You Haunt me" ihr, in den Staaten ziemlich erfolgreiches, Debütalbum.

Die dancefloortaugliche Nummer "High" ist, nach "Expectations" im letzten Jahr,  die zweite Veröffentlichung und lässt darauf schließen, dass das zweite Album noch in diesem Jahr in den Läden stehen wird.



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ANNABEL ALLUM / Eat Greens

Wer klingt da so schön bissig, wie die junge PJ Harvey? Die Künstlerin heißt ANNABEL ALLUM, stammt aus Guilford einer Kleinstadt in Südengland und bisher kann man auf ihrer Soundcloud-Seite nur 7 Songs hören. Trotzdem wage ich die Prognose, dass man von Frau Allum noch viel hören wird!

In der neusten Veröffentlichung "Eat Greens", einem sehr knackigen IndieRock-Stück produziert von Adraina Hall (Goldfrapp, Du Blonde, Anna Calvi), geht es um den inneren Konflikt, den man auszutragen hat, wenn man fühlt, dass man das richtige tut, aber man in rationaler Hinsicht denkt, dass es ein Fehler ist.

Für den Sommer ist nun die erste EP angekündigt und ich hoffe stark, dass das Werk dann auch auf Vinyl zu haben ist.




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LAUREN RUTH WARD / Blue Collar Sex Kitten

Und noch eine Dame mit ordentlich Feuer unter dem Hintern! LAUREN RUTH WARD kommt aus L. A., hat ebenfalls noch kein Album, aber immerhin ein EP ("Lauren Ruth Ward", 2016) veröffentlicht und arbeitet zurzeit an ihrem Debüt, auf dem es Songs zu hören geben soll, die inspiriert sind vom frühen Blues, sechziger Jahre Psychedlica bis hin zu zeitgemäßen Pop.

Im Song "Blue Collar Sex Kitten" geht es, ähnlich wie bei Anabell Allum, um den inneren Kampf mit sich selbst und um die Frage wie weit man sich für die Außenwelt verbiegen sollte oder, ob es nicht besser ist, auch die eigene vermeintliche Unzulänglichkeit zu zeigen.

Außerdem möchte Lauren Ruth Ward den Text als ein klares Statement über ihre Sexualität und ihre Persönlichkeit verstanden wissen. Dazu der Hinweis, dass LRW die Freundin von Laura Pergolizzi, alias LP ist, die mit "Lost On You" im letzten Jahr einen veritablen Hit landete, und im Video zu diesem Song in den letzten Sekunden einen Auftritt hat.




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Sonntag, 14. Mai 2017

THE TECHNICOLORS Made My Day! Little Charmer!


 

THE TECHNICOLORS
Homepage: https://www.thetechnicolors.com/
From: Phoenix, USA


Pfiffiger, im wahrsten Sinne des Wortes, IndieRock aus dem Wüstenstaat Arizona. An manchen Stellen vielleicht etwas zu poliert, deswegen eher The Kooks, als The Strokes-Verwandt, aber auf jeden Fall sehr charmant und gut glaunt, ist die erste Single vom am 7. Juli erscheinenden Debütalbum "Metaphysical" des US-Quartetts THE TECHNICOLORS, bestehend aus Frontmann Brennan Smiley (Vocals, Guitar), Troy Lowney (Keys), Mike (Nico) Nicolette (Bass) und Sean Silverman (Guitar, Vocals).

Klar, dass"Little Charmer" beim letztenUpdate in die legendäre Whistlesongs-Playlist gewandert ist.

Freitag, 12. Mai 2017

NEW SONGS Vol. 155: CAMP CLAUDE / Hero ... ALGIERS / The Underside of Power ... LOVE A / Die Anderen ... TALLY SPEAR / Wrong Side Of The Road


CAMP CLAUDE / Hero

Auf ein Genre festnageln lässt sich das Trio CAMP CLAUDE um Sängerin Diane Sagnier nicht. Jeder Song passt in eine andere Schublade. Mal Pop, mal Rock, mal elektronische Musik und "Hero" ist ein  groovender Hybrid aus allem.

Die Franzosen begegneten sich 2013 bei einem Videoprojekt, woraufhin die beiden Herren Mikke Griffts, Engländer, und Leo Hellden, Schwede, die eigentlich als Fotografin und Videoregisseurin arbeitende Dame mit amerikanischen und französischen Wurzeln in ihr Studio einluden und schwupps die ersten Tracks aufnahmen. Die erste EP "Hurricanes" folgte im August 2014 und 2016 das in Frankreich viel beachtete Debütalbum "Swimming Lessons".




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ALGIERS / The Underside of Power

Die drei Herren [Franklin James Fisher (Voice + Lyrics), Lee Tesche (Gitarre) und Ryan Mahann (Bass)] vom Trio ALGIERS wuchsen gemeinsam im rassistisch auffälligen Atlanta auf. Von Bandgründung an war für die Freunde klar, dass man nicht nur einfach Musik machen will, sondern auch politisch Stellung beziehen möchte.

So schreibt Frontmann James Fisher beispielsweise seine gerne aufwieglerischen Lyrics häufig während seiner Schichten in der Garderobe eines Nachtclubs in Manhattan, in dem Nacht für Nacht die immer gleichen Dance-Songs für eine hauptsächlich weiße Kundschaft gespielt werden. Und Fisher erkennt das große Ganze darin - denn während die Welt vor der Tür brennt, zählt für die Privilegierten nur die gute Laune.

2015 erscheint das unbetitelte und von Kritikern gefeierte Debütalbum "Algiers", dass den politischen Zeiten entsprechend sehr düster und irgendwo zwischen Nick Cave, Portishead und dem Gun Club anzusiedeln war. Die politische Lage hat sich seit dem weiterhin zugespitzt und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die dem neuen, am 23. Juni erscheinenden, Album dem Titel gebende Nummer "The Underside of Power" apokalyptische Untertöne in sich trägt - wieder verpackt in eine unvergleichliche Art von IndustrialPsychedelicGospelSoulRock.

Auch in der Bandbesetzung gab es eine Veränderung: Matt Tong, ehemals Mitglied bei Bloc Party stößt als neuer Drummer zur Band, die sich dadurch zum Quartett erweitert.




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LOVE A / Die Anderen

Love A -Sänger Jörkk Mechenbier schreibt im Pressetext zum Song "Die Anderen":

"Sie sind also ein Mensch und in einer unglücklichen Beziehung gefangen? Mit einem anderen Menschen, oder der eigenen Leidenschaft? Dann ist dieser Song für Sie. Dann wird es Zeit für ein reinigendes Gewitter. Dann muss ein Ende mit Schrecken her. Sie verstehen."

Bevor die auswegslos scheinende Situation zu Selbsthass wegen Feigheit führt, heißt es also Tabula rasa machen. Schlussstrich, Punkt, Ende. Ich weiß nicht was Ihr Hausarzt oder Apotheker empfiehlt, gehe aber mit Psychoanalytiker Dr. Mechenbier  von der Love Academy konform und bitte Sie die bittere Pille zu schlucken. Weiter Anregungen für eine effektive Qualitätsverbesserung ihres Lebens finden Sie sicherlich auf dem am 12. Mai erscheinenden neuen Album "Nicht ist neu".




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TALLY SPEAR / Wrong Side Of The Road

Vor wenigen Tagen erschien die zweite Single "Wrong Side Of The Road" - die erste "The Lucky Ones" erschien 2015 - der 21-Jährigen in London geborenen Songwriterin TALLY SPEARS.

Dass die Britin ihre musikalischen Vorbilder eher in der amerikanischen Folkmusik findet, ist nicht zu überhören. Deutlich sind in Text und Musik die Einflüsse von Bob Dylan, Neil Young oder Emmylou Harris zu erkennen.

Die Tochter einer Theaterschauspielerin und eines Musiker sagt über sich: "Durch Dylan habe ich gelernt, dass, solange du ein paar einfache Akkorde und eine Geschichte zu erzählen hast, du etwas ganz Besonderes schaffen kannst."

Damit befindet sich Sally auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, ob es zum Erfolg oder gar zum Nobelpreis führt, bleibt abzuwarten, aber die Dame ist ja noch jung - sehr jung. Toi, toi, toi!




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Donnerstag, 11. Mai 2017

THE NATIONAL Made My Day! The System Only Dreams in Total Darkness!


 

THE NATIONAL
Homepage: http://americanmary.com/
From: Cincinnati / Ohio - settled in N.Y. / USA


Vier Jahre ist es schon her, dass das letzte Album von THE NATIONAL erschien! Jetzt gibt es die erste Single "The System Only Dreams in Total Darkness" vom am 8. September erscheinenden Album "Sleep Well Beast". Gar nicht schläfrig, sondern für The National sogar sehr flott, ist der neue Song! Und was da von Herrn Berninger und seinen Jungs an Gitarrenarbeit abgeliefert wird, ist erste Sahne.

Mittwoch, 10. Mai 2017

QUICK & DIRTY: POND / The Weather

Published: 05.05.2017
Label: Marathon Artists
Genre: PsychedelicRock, PsychedelicBaroqueSynthiPop
Country: Perth, Australia

 


Members:
Nick Allbrook, Jay Watson, Shiny Joe Ryan, Jamie Terry

Dass das siebte Album von POND unter den Fittichen von Tame Impala Mastermind Kevin Parker anders sein würde als die bisherigen Pond-Alben, hat sich abgezeichnet. Dass sich "The Weather" allerdings so nah im Fahrwasser von "Currents", dem Tame Impala Meisterwerk von 2015 aufhalten würde, hatte ich dann doch nicht vermutet. Prinzipiell stünde also einer Re-Fusion der beiden miteinander schwer verbandelten Bands nichts mehr im Wege.

Den ersten vorab veröffentlichten und bereits in den NewSongs Vol. 149 vorgestellten Song "Sweep Me Off My Feet" war ich zwar nicht sofort zu Füßen gelegen, aber mittlerweile hat sich das Stück doch so sehr entwickelt, dass es eine ähnliche Wirkung entfaltet wie "Let It Happen" von "Currents".

Dann erschien am 20.04. der Clip zu "Paint me Silver" und meine Begeisterung wurde heruntergedrosselt. Hat Kevin Palmer den von mir eigentlich als unzähmbar eingeschätzten Nick Allbrook die Extravaganzenzähne gezogen??? Ja, ein paar kleine Störeffekte gibt es, aber im Großen und Ganzen plätschert das Stück für Pond-Verhältnisse sehr sehr sanft durch den Synthesizer-Psychedelic-Space.



Also vorerst mal die Platte doch nicht vorbestellen, wer weiß, was da noch kommt. Aber je näher das Veröffentlichungsdatum des Albums rückte, desto kribbeliger wurde ich. Kann Pond überhaupt ein mittelmäßiges Album abliefern? Haben sie mit ihren letzten drei Alben ["Beard, Wives, Denim" (2012), "Hobo Rocket" (2013), "Man It Feels Like Space Again" (2015) ] und ihren furiosen Liveauftritten nicht etwas mehr Vertrauen von meiner Seite verdient? Hat "Man It Feels Like Space Again" nicht eines der schönsten Cover-Artworks ever? Mag ich die Band nicht sogar ein klitzekleines bisschen mehr als Tame Impala? Dieser Argumentationskette konnte ich mich als ab und an doch rational handelnder Mensch keinesfalls entziehen und habe "The Weather" also doch bestellt. Gott oder wem auch immer sei Dank!



Das Vinyl ist zwar noch nicht angekommen, aber bei einem großen Onlineversandhändler kann man ja unlimitiert streamen und jetzt kann ich es gar nicht mehr erwarten, dass die Vinylscheibe endlich eintrifft, denn "The Weather" ist unglaublich fett! Pompös. Gewaltig. Gigantisch dick aufgetragen.

Die Beats, z. B. bei "Colder than Ice" pumpen kraftstrotzend, die Keys flirren intergalaktisch, die Melodien sitzen nicht zu perfekt, ganz im Gegensatz zur Produktion, bei der Kevin Parker wieder ganze Arbeit geleistet hat.

Es sind nicht mehr die ungestümen Pond der Anfangstage, Rock geht anders - außer bei "A/B", welches aber sehr von bereits bekannten Pond-Songs profitiert.



Im Gegensatz zu Foxygen, die in diesem Jahr auch ALLES wollten und auf "Hang" mit orchestraler Instrumentierung über die Kitschklippe fallen, tänzeln Pond - ganz unglaublich waghalsig bei "Edge of the World Pt. 1" - gekonnt auf der Klippe.
Bis das Vinyl endlich in meinem Briefkasten liegt, sind "Zen Automaton", bei dem sich die Australier sogar ein schwulstiges Saxofonsolo erlauben und Part I. und II von "Edge of the World" neben "Sweep Me Off My Feet" meine Favoriten. Ob das auch auf Vinyl der Fall sein wird, zeigt sich, rotieren wird "The Weather" aber garantiert ziemlich oft.

Da wird jetzt außerdem wissen, dass sich Nick Allbrook zu Weihnachten nichts mehr wünscht als eine alte legendäre 8-Track-Bandmaschine und man Herzenswünsche generell unterstützen soll, hier nur für dich Nick:  Die Tascam 388 gibt es bei ebay-Kleinanzeigen schon für 1.500 € ;-).



Tracklist:
01 30000 Megatons
02 Sweep Me Off My Feet
03 Paint Me Silver
04 Colder Than Ice
05 Edge of the World Pt. 1
06 A/B
07 Zen Automaton
08 All I Want for Xmas (Is a Tascam 388)
09 Edge of the World Pt. 2
10 The Weather

Sonntag, 7. Mai 2017

OLD-Shit! GLASS CANDY / B/E/A/T/B/O/X

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie:  SynthiPop / Disco / DiscoPop / Italo Disco / Electro
Veröffentlichung: 10.12.2007

 

Was bitte ist das? Trash-Disco? JA! Auch!

GLASS CANDY aus Portland, Oregon besteht aus Frontfrau Ida No und Johnny Jewel, der später mit seinem Projekt Chromatics zu größerem Erfolg kam. Die beiden begegnen sich in einem Lebensmittelladen und finden, so die Legende, durch ein Gespräch über Andy Warhol und Synthesizer zusammen. Man findet sich auf Anhieb sympathisch und produziert forsch die erste Single "Brittle Woman" (1999).

Nach diversen Singles und EPs folgte 2003 dann endlich der Schritt zum ersten Longplayer ("Love Love Love"), den man in Deutschland leider noch immer nicht offiziell, sondern nur mit viel Glück über Import erwerben kann. 2007 erschien dann auf dem Label Italians Do It Better, welches Johnny Level mit Mike Somonetti 2006 gegründet hatte, das Album "B/E/A/T/B/O/X".

"B/E/A/T/B/O/X" fällt als Erstes durch die 70/80er Discoklänge und als Zweites durch die schaurig schöne Stimme - nicht unähnlich zu Siouxsie and the Banshees - der Sängerin auf. Das Erstaunliche ist, dass gerade diese Stimme aus Glass Candy etwas Besonderes macht, denn selten passten schiefe Töne besser auf Discobeats ;-).

Nach einer kurzen "Introduction" legen die beiden auf "B/E/A/T/B/O/X" mit "Beatific" los. Schwer zu beschreibender Sound irgendwo zwischen Italo-Disco und elektronischer Tanzmusik. Neuartig oder besser andersartig.

"Etheric Device" ist ähnlich nur noch eine Spur monotoner (im positiven Sinne) gehalten, "Candle Castles" ist dank der Bläser ein Ohrwurm, den man nur schlecht wieder aus dem Gehörgang bekommt. Interessant, wie Ida No ihrer Stimme bei diesem Stück eine gewisse Zerbrechlichkeit verleiht.



Der 70er-Discoknaller ist dann "Rolling Down the Hills". Wieder schöne Bläsersätze und glamouröse Keyboardsounds. Shaft lässt grüßen! Mehr in Richtung SynthiPop der Marke Human League geht "Life after Sundown" - wäre da nicht wieder diese seltsame Stimme, die bei diesem Song an die längst vergessene Toyah erinnert.

Dann wagen sich die beiden Nerds doch glatt an Kraftwerks "Computer Love"! Und wer hätte das gedacht, es funktioniert!! More Sexyness kann man einem Kraftwerk-Song sicher nicht substituieren.



Das Instrumentalstück "Last Nite I met a Custume" erinnert an die Frühschaffensphase (Autobahn) von Kraftwerk und auch der letzte Song des Albums "Digital Versicolor" huldigt den elektronischen Übervätern aus D-dorf. Großartig von Ida mit melancholisch morbider Laszivität dargebotener Gesang!

Noch eine kleine Anekdote zum Schluß. Vor Jahren hatte ich das Glück die beiden im winzigen Kölner Klub King Georg zu erleben. Dort vollführte eine Dame in Leopardenleggins gymnastische Verrenkungen zu meditativen Zwecken mitten auf der Tanzfläche und lies sich von den hereinströmenden Gästen in keinster Weise stören. Die Dame war natürlich Ida No, die anschließend eines der lässigsten Konzerte ablieferte, die ich je erleben durfte.



Tracklist:
01 Introduction
02 Beatific
03 Etheric Device
04 Candy Castle
05 Rolling Down The Hills
06 Life After Sundown
07 Computer Love
08 Last Night I Met A Costume
09 Digital Versicolor


Freitag, 5. Mai 2017

EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - Greatest Hits live in der Kölner Philharmonie

Location: Philharmonie, Köln
Date: 03.05.2017

 

Auf dem jetzt 37-jährigen Weg der Einstürzenden Neubauten vom Berliner Moon-Club ins Feuilleton hat der einst hagere Blixa Bargeld ordentlich zugelegt und Haare gelassen.

Aber auch seine Anhängerschaft, ich eingeschloßen, ist in die Jahre gekommen. Zwar sieht man an diesem regnerischen Abend an der Kölner Philharmonie noch immer sehr viele in schwarz gekleidete Menschen, aber aus dem Untergrund kommt hier keiner mehr. Vielleicht noch nicht satt, aber gesättigt alle mal. Es fließt reichlich Kölsch, denn es wird schwer ein Neubauten-Konzert ohne Bierchen in der Hand zu überstehen und dann muss man auch noch sitzen, wie es sich in der Philharmonie geziemt und rauchen, ist ja leider auch nicht mehr erlaubt.


Vorteil des beruhigten Lebens: Es geht pünktlich los ... und es erklingen an diesem Ort ja sogar noch drei Fanfaren, damit man weiß, wann es allerhöchste Zeit ist, das Bierchen zu leeren und den Sitzplatz einzunehmen.

Die Herren Neubauten betreten die Bühne. Blixa ist barfuß. War da schon immer so? Erst später bemerke ich, dass auch die Herren Hacke (Bass) und Arbeit (Gitarre) ohne Schuhe ihr Werk vollbringen. Wäre man böse, könnte man denken Blixa kommt in seinem dunkelgrauen Anzug gerade von einer Versicherungsvertreterveranstaltung. Bin aber nicht böse, bin Neubauten-Fan, wenn ich auch mit dem 2004er Album "Perpetuum Mobile" nicht mehr dem wahrlich noch immer großem harten Kern angehöre. Das im April 2016 erschienene Album "Nerissimo" bei dem Blixa mit dem Italiener Teho Teardo gemeinsame Sache macht, fand ich sogar ganz schrecklich. Blixa ist also nicht mehr der Messias früher Jahre - Teile des Gebäudes sind zerstört - aber er ist noch immer ein großer Zampano - im positiven Sinne.

Die Bühne, die wie eine Baustelle aussieht, erwacht zum Leben. Hacke lässt den Bass flirren und Blixa bittet uns in "The Garden", dem Stück das 1996 auf dem Album "Ende Neu" zuhause ist, welches 1996 die Band an einen Wendepunkt brachte. FM Einheit verlässt die Band, Hacke wechselt von der Gitarre an den Bass, weil Gitarrist Roland Wolf bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt. 1997 stoßen Jochen Arbeit und Rudolf Moser zu den Neubauten. Seit 2014 sitzt Felix Gebhard hinter dem Keyboard, so auch heute Abend.

Nach dem ruhigen Einstieg folgt "Haus der Lüge", leider nicht in der ürsprünglichen 89er-Albumversion, sondern in der "New Mix"-Version des "Greatest Hits"-Albums die weniger energetisch wirkt als das Original. Der Klang passt noch nicht ganz und etwas lauter dürfte es ruhig auch sein.

"Let's Do It a Dada". Der Sound wird besser, aber nicht lauter. Der Song ist ein Paradebeispiel dafür, weswegen jeder mindestens einmal im Leben die Einstürzenden Neubauten live erleben sollte, denn was auf Konserve eben nicht vermittelt wird, ist mit welchen Gegenständen die Neubauten nicht nur Klänge, von Lärm kann man schon länger nicht mehr sprechen, sondern eben Musik erzeugen.

Gründungsmitglied N. U. Unruh und "Rudolf Moshammer" musizieren auf PVC-Rohren, auf Metallgegenständen jeglicher Art und auf seltsamen Röhrengerätschaften (z. B. "Total Eclipse of the Sun"). Es muss ein Erlebnis sein mit den beiden durch einen Baumarkt zu wandeln.

Es wird wieder ruhiger. "Dead Friends (Around the Corner)" ist prinzipiell eine Bluesnummer, oder ein Chanson, wenn man so will. Bargeld hat von seiner Ausdruckskraft in all den Jahren nichts verloren, noch immer hängt man an seinen Lippen und kann in dieser tiefen sanftweichen Stimme versinken - wären da nicht die akustischen Eruptionen, die in Neubauten-Songs immer wieder auftauchen und laut gegen leise stellen.

Beim Sprechgesang zu "Unvollständigkeit", muss ich wegen der Stimmähnlichkeit kurzzeitig an Ben Becker denken, was macht der eigentlich mittlerweile? Wie großartig dieses hochdramatische Stück ist, hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung! Wird Zeit sich mal wieder das Album "Alles wieder offen" zu Gehör zu bringen. Eigentlich mag ich ja keine Best-Of-Geschichten, aber auf der anderen Seite wird zu unrecht Vergessenes wieder in Erinnerung gebracht.

"Youme & Meyou". Es bleibt ruhig, die Neubauten sind leise geworden, spannend bleibt es trotzdem und wie Unruh dem Song mittels schnöder PVC-Rohre Rhythmik verleiht, grenzt an Poesie.

Blixa ist heute Abend übrigens blendend gelaunt, er plaudert ein wenig aus dem Neubauten-Nähkästchen - besser aus der Neubauten-Werkzeugkiste - über E-Rohre, abgelehnte Songs für einen Film ("Sabrina"), schräge Gitarren-Aktionen in einem Hamburger Flutkeller und selbst ein anfänglich technisches Problem mit dem Licht bringt in nicht aus der Fassung.

Aber das ist nach so langer Bühnenerfahrung ja auch kein Wunder oder wir man im Alter nicht penibler?

Dann endlich findet eines der stärksten Neubauten-Alben, "Silence Is Sexy" aus dem Jahr 2000, mit zwei nacheinander dargebotenen Stücken, die verdiente Würdigung. "Die Befindlichkeit des Landes" ist zeitgemäß, obwohl die Melancholia bei manchen Mitmenschen mittlerweile durch Ignoranz und Intoleranz ersetzt wurde, aber einst wächst Gras auch über diese Stadt! Und auch die "Sonnenbarke" bleibt beständig großartig - noch immer gerne Beifahrer.

1985. "Halber Mensch" war gewissermaßen der Aufbrauch ins Feuilleton. Heute Abend verschmilzt der Klassiker mit "Von Wegen" aus dem Jahr 2007. Passt gut. Der brummende Bass führt zurück zu "Sabrina" ins Jahr 2000  - die ganze Bühne wir rot. "It's not the red of the dying sun".



Jetzt wäre ein kleiner Aufwecker, wie "MoDiMiDoFrSaSo" oder ein Bier ganz schön. Ach, diese Hochkultur.

Blixa
erzählt aus dem Jahr 1980, wo er auf dem Rücken im Schlamm liegend Gitarre spielte und das sie diese Aufnahme erst 27 Jahre später, nicht zuletzt wegen der dann vorhandenen digitalen Möglichkeiten, in dem Song "Susej" auf "Alles wieder offen" verwendeten. Irgendwie weiß man den sonst eher unauffälligen Neubauten-Song jetzt deutlich mehr zu würdigen - aber so ist das oft mit Neubauten-Songs, man muss die Geschichte dahinter entdecken.

Zum Schluss spielen die Neubauten, "How Did I Die?" den ersten und einzigen Song vom 2014er Album "Lament", allerdings kommen die Streicher nur vom Band und nicht wie beim fulminaten Konzert in der Elbphilharmonie von einem echten Streicher. Trotzdem fulminantes Ende - vor dem ersten Zugabenblock - die Zuschauer sind begeistert, ich prinzipiell auch, hoffe aber dass Herr Bargeld und seine Herren jetzt mal etwas mehr Lärm veranstalten.

Als die Band auf die Bühne zurückkommt, ruft ein Zuschauer "lauter", ich bin es nicht, und ein anderer ruft "Tanz debil". Blixa zündet sich eine Theaterzigarette an und spielt als Antwort das sicher durch John Cage inspirierte "Silence is sexy".  Er hat ja recht der Herr Bargeld, die Stillemomente sind erhaben und wenn er danach durch das Knistern der brennenden Kippe die Stille wieder perforiert, kommt dies einer Defloration gleich!

Im Block unten am linken Bühnenrand hält übrigens schon das ganze Konzert über ein Anarchist die Fahne hoch und raucht - bis es der Ordnungsdienst spitz bekommt.

Von meinem Lieblingsalbum "Fünf auf der nach oben offenen Richterskala" kam noch immer kein einziger Song, aber jetzt erklingen zumindest die "Interimsliebenden" als erstes Stück vom ebenfalls Meisterwerk "Tabula Rasa". Erkennt man übrigens nicht sofort, denn Blixa singt rückwärts, lässt den Gesang live aufnehmen und dann direkt rückwärts ablaufen. Erst dann erkennt man die Übergangszeitliebenden. Ist schon ein echter Zampano der Herr Bargeld!



Es folgt mit "Total Eclipse of the Sun" ein weiterer, der mittlerweile fünfte Song aus dem Album "Silence is sexy". Klar gutes Album, aber doch etwas überrepräsentiert heute Abend. Dann Ende. Aus. Einige im Publikum verlassen erstaunlicherweise bereits die Plätze, aber die Mehrheit fordert mehr und so kommt es dann auch.

Mit einer metallenen Rettungsfolie, die Menschen mit Erfrierungen oder Verbrennungen sonst übergeworfen bekommen, knistert sich "Ein leichtes leises Säuseln" ins Ohr. Andächtige Stille. Den Schlusspunkt setzt wieder "Silence is sexy". Das "Redukt" ist ein würdiges Ende eines insgesamt sehr leisen Abends. Ich bin schon begeistert, aber auch etwas unvollständig. Kein Song aus "Fünf auf der nach oben offenen Richterskala".

SETLIST:
The Garden (1996 Ende Neu)
Haus der Lüge (1989 Haus Der Lüge)
Let's Do It a Dada (2007 Alles wieder offen)
Dead Friends (Around the Corner) (2004, Perpetuum Mobile)
Unvollständigkeit (2007 Alles wieder offen)
Youme & Meyou (2004, Perpetuum Mobile)
Die Befindlichkeit des Landes (2000 Silence Is Sexy)
Sonnenbarke (2000 Silence Is Sexy)
Halber Mensch / Von Wegen (1985 Halber Mensch) / (2007 Alles wieder offen)
Sabrina (2000 Silence Is Sexy)
Susej (2007 Alles wieder offen)
How Did I Die? (2014 Lament)

1te Zugabe:
Silence Is Sexy (2000 Silence Is Sexy)
Die Interimsliebenden (1993 Tabula Rasa)
Total Eclipse of the Sun (2000 Silence Is Sexy)

2te Zugabe:
Ein leichtes leises Säuseln (2004 Perpetuum Mobile)
Redukt (2000 Silence Is Sexy)





Mittwoch, 3. Mai 2017

HIGHLY SUSPECT Made My Day! Little One!


 

HIGHLY SUSPECT
Homepage: http://www.highlysuspect.net/
From: Cape Cod, USA


Von der wunderschönen Cape Cod in Massachusetts kommt das Trio HIGHLY SUSPECT, dem seit ihrem 2016 erschienenen Album "The Boy Who Died Wolf" die Herzen aller Holzfällerhemdenträger zufliegen. Wer an den glorreichen Zeiten des AlternativeRock hängt, als Bands wie Soundgarden und die Foo Fighters den Rock wiederbelebten wird zu "Little One" das genreprägende Kleidungsstück sofort wieder aus dem Kleiderschrank holen - auch wenn die Band selbst dem Klischee so überhaupt nicht entspricht.

 

Montag, 1. Mai 2017

QUICK & DIRTY: FRANCIE MOON / So This Is Life

Published: 28.04.2017
Label: Bandcamp
Genre: LoFi BluesPsychedelicGarageFolk
Country: New Jersey, USA

 


Members:
Melissa Lucciola "Francie Moon" (Guitar/Vocals/Kalimb) with Richie Samartin (Drums/Tambourine/Backup Vocals) and Adam Pumilia (Bass)

Da ist es, das Debütalbum von FRANCIE MOON aus New Jersey! Im Oktober letzten Jahres (New Songs Vol. 135) hatte ich bereits ihre EP vorgestellt und den Song "Walked Away" als hinreißende LoFi-Schrammelnummer mit jeder Menge Sixties-Feeling gepriesen. Die Nummer ist natürlich auch auf dem Debütalbum "So This Is Life" und Gott sei Dank hat Francie das Stück auch so belassen wie es war und nicht irgendwelche Ecken und Kanten glatt geschliffen.

Die beiden anderen Songs von der 2016er EP "West Virginia" und "Red Cloud Road" sind auch auf ihrem Debüt, ebenso wie die damals schon auf der Bandcamp-Page entdeckte Nummer "So This Is Life", die nun auch den Albumtitel liefert.



Bleiben 5 Songs, die alle, welche Francie Moon noch nicht live erlebt haben, bisher nicht kennen, denn wie im Pressetext zum Album zu lesen ist, besteht "So This Is Life" aus Liedern, die Francie bereits ausgiebigst auf ihren unzähligen Konzerten gespielt hat.



Da wäre die unbändig schrammelnde Nummer "Grow", die das Album eröffnet und bei der sich Francie mit ihrer wunderbar dreckigen Stimme als echte IndieRockerin erweist. Darauf folgt mit "Gave It All I Could" ein Stück, das, obwohl es deutliche Folkelemente und eine melancholische Note aufweist, noch mehr nach vorne prescht. Fürchte, es ist echt ein Naturereignis Francie live zu erleben, wäre also schön, wenn sie mal über den großen Teich für ein paar Konzerte nach Europa kommen würde.



Das Tempo wird gedrosselt und mit "Charmed" eine psychedelisch umhüllte Ballade zu Gehör gebracht. Nach dem noch immer großartigen "Walked Away" folgt mit "Miss You" eine weitere Ballade. Dieses Mal singt Francie aber ganz sanft, dazu pfeift sie eine kleine Melodie und die Sehnsucht tropft aus allen Poren. Wer gerade einen Verlust erlitten hat, sollte Taschentücher bereitlegen ;-).



Der letzte unbekannte Song ist "Reasons", eine UpTempo-Nummer, bei der Francie den in ihren Songs oft unterschwellig agierenden Groove deutlich weiter nach vorne holt und ein Gitarrensolo hinlegt, das schlichtweg betörend ist.

Eine schlechte Nachricht gibt es allerdings auch, das Album ist bisher leider nicht auf Vinyl erschienen :-(.

Tracklist:
01 Grow
02 Gave It All I Could
03 Charmed
04 Walked Away
05 Miss You
06 West Virginia
07 Reasons
08 So This Is Life
09 Red Cloud Road

Freitag, 28. April 2017

NEW SONGS Vol. 154: THURSTON MOORE / Cease Fire ... THE STEVENSON RANCH DAVIDIANS / Holy Life ... CARAVANE / Démons ... DION LUNADON / Fire


THURSTON MOORE / Cease Fire

Es braut sich etwas zusammen im Hause Moore! Es hört sich ganz so an, als hätte, der Ex-Sonic Youth-Frontmann wieder richtig Bock auf scheppernden NoiseRock.

Der erste Appetithappen, "Cease Fire" vom heute erscheinenden Album "Rock n Roll Consciousness" war schon vorzüglich und die beiden letzten Teaser lassen meinen Blutdruck weiter steigen. Die Rückbesinnung des Herrn Moore zum Rock 'n' Roll muss gefeiert werden ... lege mal eben "Goo" auf ;-).






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THE STEVENSON RANCH DAVIDIANS / Holy Life

Psychedelischer FolkRock geht doch immer? Aus dem Dunstkreis von The Brian Jonestown Massacre, genau genommen teilt man sich sogar ein Bandmitglied (Gitarrist Rob Campanella), kommt die Band THE STEVENSON RANCH DAVIDIANS - und bei der Entstehung der Bandnamen hat man bestimmt auch die Köpfe zusammengesteckt.

Ziemlich hypnotischer Sound den "Holy Life" in einer Art meditativer Dauerschleife verbreitet. Im Juni soll das erste Studioalbum seit 2009 mit dem Namen "Amerikana" veröffentlicht werden. Mastermind Dwayne Seagraves verspricht eine musikalische Aufbereitung der mythologisierten psychedelischen Kultur Südkaliforniens, einhergehend mit der Schwerpunktthematik "Das Individuum ist der einzig wahre Gott".




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CARAVANE / Démons

JA, ich höre schon auch mal gerne über die Grenzen in unser großes Nachbarland und NEIN, das sehr schöne, aber auch etwas sexistische Cover, ist nicht der Grund, weswegen ich die Band CARAVANE aus, NEIN eben nicht Frankreich, sondern Kanada (Quebec), hier vorstelle. Es ist die leicht verruchte Stimme von Sänger Dominic Pelletier und die wunderbare bluesige Gitarre die rumheult, als gäbe es kein Morgen mehr.

Obwohl das Quartett französisch singt, erinnert mich Stil, Gesang und Songwriting bei "Démons" an die leider nicht mehr existierenden Madrugada aus Norwegen.

Der Song "Démons" stammt vom 2016 erschienenen Album "Fuego" und der düstere, aber in der Ästhetik auf Hochglanz getrimmt, Videoclip visualisiert eine nächtliche Begegnung zweier Seelen.




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DION LUNADON / Fire

Achtung, der Song "Fire" zündelt nicht erst langsam rum, sondern brennt direkt lichterloh.

Hinter dem an Suicide und den Gun Club erinnernden Stück, steckt der Neuseeländer DION LUNADON, Bassist bei den New Yorker NoiseRockern A Place To Bury Strangers, der am 9. Juni das Release für sein Solo-Debütalbum auf dem Label Agitated Records angekündigt hat.

Neben dem Sound-Feuerwerk dürften auch Cineasten ihre helle Freude an dem Clip haben, der aus diversen skurrilen Filmausschnitten ziemlich genial zusammengebastelt ist. Burn Baby burn!

Dion Lunadon - "Fire" from dionlunadon on Vimeo.

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Mittwoch, 26. April 2017

THE RAVEONETTES / 2016 Atomized

2016 war, da sind sich die meisten Menschen wohl einig, ein ganz besonderes Jahr – besonders beschissen. Und wie das in Krisenzeiten nicht unüblich ist, wachsen in einer solchen Umgebung Künstler gerne über sich hinaus. 

 

Ein Beispiel für eine gelungene Krisenaufarbeitung lieferte am 24. Februar Hanni El Khatib mit seiner Song-Collection "Savage Times Vol. 1-5".

Auch das dänische GarageNoisePop-Duo THE RAVEONETTES veröffentlichte im zurückliegendem Jahr jeden Monat einen Song und brachte nun als 8tes Studioalbum diese Liedersammlung unter dem Namen "2016 Atomized" in die Plattenläden.


Die Kollektion beginnt mit einem waschechten SynthPop-Ohrwurm namens "This World Is Empty (Without You)", dessen Refrain man schon nach dem ersten Hören die nächsten 2 Stunden vor sich hersummt. Ziemlich wenig Noise, aber ziemlich viel 80s-Flair.

Der Februar-Song "Run Mascara Run", beginnt mit einer zärtlichen Knisterwolke und schunkelt sich dann in eine verwunschene Noise-Schlaflied-Ballade. Außergewöhnlich und schön.



"Excuses" ist ein Patchwork-Song bestehend aus DarkWave-, RNB- und  DreamPop-Elementen, dazu kommen alle möglichen und unmöglichen Soundeffekte, ungewöhnliche Tempiwechsel und die betörende Stimme von Sängerin Sharin Foo.

Mit "Junko Ozawa" verschärfen The Raveonettes das Tempo und auch die Noiseattacken. Die von der Band oftmals als große Vorbilder angeführten The Jesus and Mary Chain klingen im treibenden Beat deutlich durch. Die Richtung ins dunkle Herz des Noise Pop bleibt auch bei "Scout" erhalten. Wie viel kreative Ideen in diesen 4 Minuten und 12 Sekunden stecken, ist schier unfassbar.



Dann wird der Raschel-Knister-Pop etwas zur Seite gepackt und die Gitarren dürfen bei "Won't You Leave Me Alone" rocken - natürlich nicht ohne Verzerrung - ehe "Where Are Your Wild Horses " da anschließt, wo der Januar-Song aufgehört hat.  

"A Good Fight" beginnt wie eine krawallige Ty Segall-Nummer, bricht aber immer wieder mit einer Klaviersequenz, die an "Jeanny" von Falco erinnert - aber natürlich auch durch den Häcksler gejagt wurde.



Entgegen dem Songtitel "This Is Where It Ends" ist der September-Song nicht das Ende. Es klingen die Geigen im Albtraum-Streicher-Himmel. Wer ruhig träumen will, liegt falsch. "Choke On Love" klingt, als hätte man einen karibianischen Calypso-Musiker unter Speed gesetzt und im Oktober auf Island ausgesetzt. Verrückt diese Dänen!

Im November entführen uns Sune Rose Wagner und Sharin Foo in den Weltraum. Der ist aber nicht still und leise, sondern eine ins unendliche anschwellende Hymne, zu der wahrscheinlich alle existierenden Sonnen des Universums kollabieren könnten. Wem "Fast Food" aber noch nicht monumental genug ist, der bekommt mit dem Dezember-Song "Pendejo" zum krönenden Abschluss einen 12 Minuten dauernenden instrumentalen Noise-Trip verpasst. Meine Frau würde sagen: "... nahe an der Körperverletzung". Ich liebe es.



The Raveonettes gelingt mit ihrer Liedsammlung zum Jahr 2016 ein Anti-Album auf höchstem musikalischem und vor allem sehr abwechslungsreichem Niveau und wer sich näher mit den Lyrics beschäftigen möchte, dem sei verraten, dass es zu jedem einzelnen Song ein Lycric-Video gibt.

Tracklist:
01 This World Is Empty (Without You)
02 Run Mascara Run
03 Excuses
04 Junko Ozawa
05 Scout
06 Won't You Leave Me Alone
07 Where Are Your Wild Horses
08 A Good Fight
09 This Is Where It Ends
10 Choke On Love
11 Fast Food
12 Pendejo

Montag, 24. April 2017

BIRDSWORTH Made My Day! Treat you good!

 

BIRDSWORTH
Homepage: https://birdsworth.bandcamp.com/
From: London, Great Britain

 

Montag! Damit ist eigentlich ALLES gesagt. Um die Wiedereinstiegsschmerzen etwas zu dämpfen, eignet sich hervorragend ein groovender Bass und ein Song mit dem bezeichnenden Namen "Treat you good". Wer will kann die Lockerungsübungen, zu Klängen zwischen Bee Gees und Funkadelic, der Londoner Band mit puerto-ricanischen Wurzeln BIRDSWORTH ja am Arbeitsplatz nachmachen. Könnte sein, dass dann sogar ein Freitag-Feeling entsteht! MADE MY DAY!

Samstag, 22. April 2017

NEW SONGS Vol. 153: BETH DITTO / Fire ... LITTLE PERSON / Solemn Is The Only Word ... BIG THIEF / Mythological Beauty ... BABY GURU / Tell Me What You're Made of


BETH DITTO / Fire

2016 gaben Gossip ihre Auflösung bekannt und so wirklich interessiert hat es eigentlich niemanden mehr, denn nach dem 2009 erschienenen Meisterwerk "Music for Men" war die Luft raus.

Frontfrau BETH DITTO veröffentlichte 2011 ihre erste Solo-EP, aber mehr als ein Achtungserfolg war auch nicht drin. Jetzt will sie es anscheinend wieder wissen und kündigt für den 16. Juni ihr erstes richtiges Solo-Album "Fake Sugar" an.

Der erste Song daraus, "Fire", macht da weiter, wo Gossip aufgehört hat: Beths eindringliche Stimme eingebettet zwischen Rock und Disco. Aber wenn man den Pressemitteilungen glauben darf, geht Beth auf "Fake Sugar" auch neue Wege - wir werden es hören.




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LITTLE PERSON / Solemn Is The Only Word

Eine sehr schön luftige Popnummer haben LITTLE PERSON aus New York mit "Solemn Is The Only Word" auf ihre neue EP "I Feel Fine" gepackt.

Der Vierer, mit den Zwillingsbrüdern Nicky und Max Weinbach als Frontmänner, macht IndiePop ohne großes Brimborium, aber mit Raffinesse, der mich sehr an den kalifornischen Singer/Songwriter Bart Davenport erinnert. Unauffällig auffällig!





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BIG THIEF / Mythological Beauty

Dass BIG THIEF nach ihrem letztjährigen  fulminanten Debüt "Masterpiece", 2017 direkt nachlegen würden, war eher nicht zu erwarten, aber Anfang Juni soll tatsächlich schon der zweite Longplayer "Capacity" in den Läden stehen.

Die erste Kostprobe des Albums heißt "Mythological Beauty" und ist eine verhaltene Ballade, bei der sich Sängerin und Songwriterin Adrianne Lenker stimmlich sehr zurückhält. Deutlich mehr DreamPop als IndieRock, sehr gefällig, aber es fehlt das Charakteristische für Big Thief-Songs, ein Schlenker, ein Ausbruch, etwas Unerwartetes.

Hoffen wir, dass nach dem erfolgreichen Debüt sich die Band nicht zu schnell in die Pflicht hat nehmen lassen.




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BABY GURU / Tell Me What You're Made of

Wie unschwer am Cover zu erkennen ist, veröffentlichte die Band BABY GURU aus Griechenlands Hauptstadt soeben ihr viertes Album.

Normalerweise hält sich die vierköpfige Band um Sänger Prins Obi im Bereich Alternative und PsychedelicRock auf, aber auch wenn beim beschwingt melancholischen "Tell Me What You're Made of" noch leichte Tendenzen ihrer musikalischen Heimat zu hören sind, so ist das Stück doch eine luperreine IndiePop-Nummer UND ein echter Ohrwurm!




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